& 
E 
3 
» 
À 
b 
T 
f 
E 
B. 
M V TEES 
Die Anfänge unserer Gemeinden 
Ursprung unserer Gemeinden 
Unsere Gemeinden sind historisch gewachsene 
Gebilde. Ohne Einblick in die Geschichte kön- 
nen wir ihre Vielfalt, ihre Ausgestaltung und 
Organisation nicht begreifen. Deshalb wollen wir 
versuchen, die Wurzeln unserer Gemeinden 
nachzuzeichnen. 
Die Anfänge unserer Gemeinden finden wir 
bereits vor Beginn der christlichen Zeitrechnung, 
als eine verhältnismässig lose gestreute rätische 
Urbevölkerung bei uns hauste. Die Römer, die im 
ersten Jahrhundert vor Christus das Land der 
Räter unterwarfen, hatten mit ihrer Verwaltungs- 
organisation Anteil an der Gemeindebildung, 
ebenso wie der später in unser Land von Norden 
her eindringende Volksstamm der Alemannen 
mit den typischen Einzelhof- und Weilersiedlun- 
gen. Schliesslich haben die im 13. Jahrhundert 
eingewanderten Walser ebenfalls zur Bildung von 
Gemeinden beigetragen. 
Vorläufer der Gemeinde war der Nachbarschafts- 
verband oder die Dorfgenossenschaft. Darunter 
verstehen wir den Zusammenschluss mehrerer 
Hofsiedlungen (Haushofstätten) zur gemeinsa- 
men Deckung von Lebensbedürfnissen: 
- Bewirtschaftung des umfangreichen Gemein- 
besitzes (Allmende, Wälder, Alpen), 
- Versorgung der Siedlung mit Trinkwasser; 
- Bau und Unterhalt von Wegen und Brücken; 
- Schutz vor Gefahren: Hochwasser, Rüfen, 
Feuer, wilde Tiere, feindliche Heerhaufen etc. 
Vielfach bildete die Dorfgenossenschaft auch 
eine kirchliche Gemeinde, die eine Seelsorge- 
stelle zu unterhalten und der Kirchenbaupflicht 
nachzukommen hatte. 
82 
Die Entstehung unserer Gemeinden 
Rechte und Pflichten der Dorfgenossen waren in 
einer Dorfordnung geregelt. Je grósser das Dorf 
und je enger der Zusammenschluss der Bewoh- 
ner wurde, desto vielfältiger wurde auch die recht- 
liche Ordnung. Aus den bäuerlichen Siedlungs- 
genossenschaften wurden im Laufe der Genera- 
tionen Gemeinwesen mit immer mehr öffentli- 
chen Aufgaben (Dorfpolizei, Schule, Armenfür- 
sorge). 
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren unsere 
heutigen Gemeinden Dorfgenossenschaften 
oder Nachbarschaften mit vorwiegend bäuerlich- 
wirtschaftlicher Zielsetzung. Sie erfüllten aber 
immer mehr auch Aufgaben, die heute óffent- 
lich-rechtlichen Charakter haben. 
Bis 1808 bestanden die beiden Gerichtsgemeinden 
Vaduz und Schellenberg (Oberland und Unter- 
land). Die wehrfáhigen Mànner (ab 16 Jahren) 
wählten ihre eigenen Behörden (Landammänner 
und Richter), die einen Teil des Gerichtswesens 
und der Landesverwaltung, z.B. Polizei- und 
Steuerwesen, Militäraufgebot etc. besorgten. 
  
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.