Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1971
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021163/78/
— 80 — Im Jahre 1651 Juni 15. lösten die Mäher den an die St. Florins-Kapelle in Vaduz jährlich zu leistenden Zins, (der nicht mehr in den herrschaftlichen Hof nach Eschen entrichtet werden musste, sondern an die gräfliche St. Florins- pfründe abgegeben wurde), mit 17 Pfund ab, bemerkten aber nicht, dass dies Zins für Kapital war', das auch auf der Alp Guschgfiel gelastet hatte, (vgl. JbL. 1924, 80, Büchel). Zudem waren die Besitzverhältnisse auf der Frastanzer Alpe Guschgfiel durch Teilverkäufe von Alpgelände und Kuhrechten kompliziert. Malta, ein Teil von Guschgfiel, kam in den Besitz der Familie Matt in Frastanz, (daher der Name «Matta, 
Matta-Alp»). Die Familie Matt löste ihren Zins an die St. Florinskap eile in Vaduz 1610, Mai 13. ordnungsgemäss ab. Den Mähern wurde erst nach 42 Jahren bewusst (1693), dass sie mit eigenem Geld den Frastanzern ihre Alp Guschgfiel abgelöst hatten, ohne da- für je etwas erhalten zu haben. Die kaiserliche Administration machte die unglücklichen Mäher beim Überprüfen des gräflichen Vermögens derer von Hohenems auf das Missverhältnis aufmerksam. Nun begann der Streit; er dauerte Jahre. Mahnungen, unbesuchte Verhörtage seitens der Frastanzer, Klage vor dem Landgericht Rankweil und vergebliche Schlichtungsversuche lösten sich ab. Schliesslich verlor Frastanz den Prozess. Aber die Anstände dauerten bis 1704 (Juni 9.) an. An diesem Datum verkauften die Leute von Frastanz und andere Alpgenossen den Mähern 40 Kuhweiden «samt Sennen- tum, Hütten, Schirm und all ander 
Zugehördt» um 894 fl. Den übrigen Teil von Guschgfiel verkauften die Frastanzer später den Balznern, denen später wahrscheinlich die Mäher Genossenschaft auch ihre 40 Kühr echte abgetreten hat. Damit ist auch aufgezeigt, weshalb man die Urkunden über den Kau) der Alpen Guschg und Guschgfiel im Gemeindearchiv Balzers archivierte. Das Original der Urkunde wurde zusammen mit anderen Urkunden beim Dorf- brand von Balzers (1795 Oktober 22.) ein Raub der .Flammen (JbL. 1924, 7, Büchel; JbL. 1918, 71.f., Büchel; JbL. 1935, 34 Anmerk. 38, Diebolder). a «Hartcmdus», Fehllesung des Copisten Johann Bapt. Vogt (1841); Büchel vermutet «Hartmudus». b Büchel liest 
«Kunt». c 
(i ff «wergich». d 
ti ff «diesen». e 
fr ff «Gutem». f 
ff «verliehen». g 
ff ff «Waisern». h 
ff ff «Klausen». i 
ff ff «Jacken». k 
u « 
«ohngevert». l 
ff ff «Jahr». m 
ii II 
«vorgeschriben» n 
ff II 
«Erben».
        

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