Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1971
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021163/234/
— 234 — nen sind folgende Daten und Fakten zu berücksichtigen: Im Jahre 1322 Au- gust 8. verpfändete Graf Rudolf II. von Werdenberg-Sargans (1257159 — 1323) bei der Heirat seiner Enkelin Adelheid (die Tochter seines Sohnes Heinrich, 1280/85 - ca. 1332) an Vogt Ulrich III. von Mätsch (f 1366) als Mitgift die Leute von Balzers, Mels und Eschen und 10 Saum Wein aus Vaduz für 300 Mark Silber (Krüger, Reg. n. 208; Ladurner ]., Die Vögte von Mätsch, Zeitschr. d. Ferdinandeums 1871, Heft 16, I. Abtheilung, 108; derselbe, in der gleichen Zeitschr. 1872, Heft 17, 87; KB. 158). Im gleichen Jahr versetzte der alte Graf Rudolf II. von Werdenberg-Sargans Vogt Ulrich von Mätsch die Burg Vaduz, den Bau und den Baumgarten bei der Burg, die Leute in Vaduz, Triesen und alle Leute, die in «die stiuran 
hörent», sowie die zur Burg gehörende Mühle für 400 Mark Silber (Krüger, n. 213; Ladurner J., I. c, 1871, Heft 16, 108; KB. 158). Insgesamt lagen also 1322 auf den diesseitigen werdenbergisch-sar- gansischen Besitzungen, im heute liechtensteinischen Gebiet, die mätschischen Pfandsummen von insgesamt 700 Mark Silber. Nach dem Tod des Grafen Rudolf II. von Werdenberg - Sargans waren dessen Söhne, Graf Heinrich I. (1280 - 1312/32) und Hartmann III. (1305 -1354/55), im Jahre 1327 Februar 2. gezwungen, erneut Geld aufzunehmen: sie verpfändeten den Vögten von Mötsch für 60 Mark Silber eine Weingült von 12 Saum Wein aus dem Wingert, genannt «der 
Bock», in Vaduz (Krüger, n. 232; Ladurner ]., I. c, 1871, Heft 16, 109). Die Pfandsummen wurden von keinem Grafen von Werdenberg-Sargans je eingelöst, weder von Graf Rudolf IL, noch von dessen Söhnen, noch von den Nachkommen Hartmann HL, den Grafen von Werdenberg-Vaduz: Hein- rich 1. (J1397) und Hartmann IV. — Unbeachtet der auf dem werdenbergisch- vaduzischen Besitztum lastenden Pfandsummen nahm Graf Hartmann von seinen Stiefbrüdern Wolfhart II. (f 1418) und Türing (f 1409) von Brandis neue Pfandsummen an, die er mit dem bereits stark belasteten Besitztum im Gebiet des heutigen Fürstentums versicherte (vgl. Kaiser, 193; JbL. 1906, 22 f., Urbarien; die Urkunden 1401, 1409, vor 1416 September 6. in diesem Band; ferner Krüger, n. 587, 611, 651, 716). Das mätschische Guthaben spielte be- stimmt in den endlosen Fehden, Kriegen und Verhandlungen Bischof Hart- manns, Graf von Werdenberg-Vaduz, mit denen von Mätsch eine grosse Rolle. So wird in Justingers Berner-Chronik berichtet, dass die von Mätsch prunkend mit grossem Gefolge beim Konzil in Konstanz (1414 — 1418) erschienen, um unter anderem auch ihre Forderungen gegen Bischof Hartmann von Chur (f 1416) durchzusetzen. (Die Berner-Chronik des C. Justinger, hrsg. v. Studer G., Bern 1871, 252). Doch bezahlte Bischof Hartmann die Schulden seines Vaters und Grossvaters auch jetzt nicht. Sogar Graf Friedrich VII. von Toggenburg, der Schwager des die mätschischen Guthaben vertretenden Vogtes Ulrich, schaltete sich in Konstanz ein. Der Toggenburger wollte besonders gegen den damaligen Pfandinhaber Wolfhart 11. von Brandis (f 1418) vorgehen, trat aber nacli Verlesung der Pfand- und Verkaufsbriefe vor dem Hofgericht von seinen Rechten zurück (Ladurner J., I. c, 1872, Heft 17, 87 f.; Bütler P., Friedrich VIL, Mitteil. z. Vaterländischen Gesch., hrsg. Hist. Verein in St. Gallen, XXII, 1887, 102). Im Jahre 1418 Oktober 5. versuchte Graf Friedrich VII. von Toggenburg
        

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