Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1971
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021163/227/
— 227 — verfahren aufgenommen und abgemacht und eine Schiedsgerichts- ordnung verfasst. Danach sollten unser Gotteshaus und die von Mätsch1 ihre Forderungen, Streitigkeiten und Misshelligkeiten un- serem Herzog Friedrich von Österreich17 und seinen Räten unterbreiten. Nähme er sich der Sache an, so soll es dabei bleiben und eine erledigte Sache sein. Also kamen beide Parteien vor unseren Herzog Friedrich17 nach Feldkirch und legten ihm und seinen Räten beiderseits den Fall zum Entscheid vor, gemäss der vor Chur gegebenen Schiedsgerichtsordung. Es war namentlich abge- macht, dass die Schiedsgerichtsordnung unserem Vorfahren, Bischof Hart mann 
32 selig, wieder zur Verteidigung übergeben werden soll, was nicht geschehen ist. Er erhielt den Brief nicht. Damals wurde in Feldkirch ein neues Schiedsverfahren in die Wege geleitet und Herzog Friedrich17 und seine Räte damit beauftragt. Danach sollten innert kürzester Frist Bischof Hartmann32 und seine Räte vom Gotteshaus bei Herzog Friedrich17 in Innsbruck zusammen- kommen. Dann sandte Bischof Hartmann32 und sein Gotteshaus ihre sehr treffliche Botschaft zu ihm. Da entschied unser Herzog Fried- rich,17 dass Bischof Hartmann32 und sein Gotteshaus wieder in den Besitz aller Leute, Güter, Zinse und Nutzen kommen soll, die zu Fürstenburg42 und im Münstertal dem Gotteshaus ge- hören. Der Bischof und das Gotteshaus sollen sie nutzen und ein- nehmen wie vor dem Krieg. Darüber gab der Herzog einen versiegelten Brief. Er gebot auch denen von Mätsch1, dass sie unsere Vorfahren ungesäumt und unbehelligt lassen. Das aber wollten die von Mätsch1 nicht halten und blieben nicht bei der Richtung. Sie Hessen unseren Gotteshausleuten die Karren und anderes nicht sicher zu den ihren ziehen. Und die von Bormio,30 die derer von Mätsch1 Helfer waren, fingen in derselben Gegend etliche unserer Gotteshausleute, raubten in Taufers40 unserm Gotteshausmann, namens M a n a - s ch a , ein Kind aus der Wiege im Alter von 17 Wochen und brach- ten es nach B o r m i o .30 Deswegen und vieler anderer grösserer Schäden, die sie unserem Gotteshaus zufügten, entwickelte sich die Sache aber zum Krieg. Jtem darnach kam der durchlauchtigste, hochgeborene Fürst, unser Gnädiger Herr, König Sigismund,49 Römischer und zu Un- garn König, und machte einen Frieden. In diesem Frieden war be- schieden und abgemacht; dass der Rechtsstreit etlichen wohlgeborenen
        

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