Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1971
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021163/184/
— 184 - 3 Die Stelle «construximus Capellam S. / 
Florini» ist so zu verstehen, dass die gräflichen Brüder Hartmann und Heinrich von Werdenberg- Sargans zu Vaduz, die eher schwach dotierte Kapelle erweiterten und ausbauten und ihr auch wirtschaftlich eine solidere Grundlage gaben. In der Urkunde von 1395 März 6. heisst es, dass der Propst der Churer Kirche «ex antiqua 
consuetudine» (LUB. III, 360) das Recht der Instal- lation und Investitur der von der Vaduzer Herrschaft präsentierten Kapläne habe. "Wenn 1395 von einer «alten Gewohnheit» die Rede ist, kann das Jahr 1408 nicht ein baulicher Neubeginn sein. Auf den gleichen Sachverhalt weist die Notiz im Churer Urbar von 1375 — 1393: «Jtem ain klains wisli lit hinnan zuo an des pfaffen wingarten von sant 
flurin» (LUB. III, 333 ff.). Bei diesem Haus handelt es sich sehr wahrscheinlich um das alte Kaplanei-Haus unterhalb des Friedhofs, das über einem Keller aus der Zeit um 1300 gebaut ist und der heute, nachdem das Haus abgebrochen worden ist, erhalten werden soll. (Gut- achten Dr. Christoph Simonett). — Entscheidend wäre allerdings, wann im Zeitraum zwischen 1375 — 1393 diese Stelle ins Urbar eingetragen worden ist. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass mit der grosszügigen Dotierung der St. Florinskapelle, eine bauliche Erweiterung der Anlage vorgenommen wurde. Aus den erhaltenen Planskizzen und Grundrissen könnte man eine Erweiterung herauslesen. So glaubt Fetz, dass die ur- sprüngliche alte Kapelle nach dem baulichen Eingriff der letzten Wer- denberger von Vaduz nur mehr als Chor verwendet wurde. Die West- mauer der alten Kirche wurde abgetragen und an ihre Stelle der Chor- bogen mit dem anschliessenden neuen Schiff errichtet. Nach der älte- ren Literatur diente die Kapelle als Grabkirche der Werdenberger von Sargans zu Vaduz (vgl. KB. 206; Fetz J. F., I. c, 122, 135; JbL. 1939, 55 (Diebolder); JbL. 1927, 8 4(Büchel). 4 Rudolf VII. (1380-1440); vgl. LUB. 1/2, 260 ff.; LUB. 1/2, 290, 298, 360 ff., 369 ff., 448, 458. In den beiden noch erhaltenen Abschriften heisst es: «specialis ac dilecti patroni nostri» .. 
..» Im Original dürfte es wohl sinngerechter «specialis ac dilecti patrui 
nostri» geheissen haben. 5 Zur Installation der Pfründner vgl. die Urkunde von 1395 März 6. (LUB. III, 360 f.). 6 Vgl. Fetz ]. F., I. c. 248 f. 42. 1409 Graf Hartmann von Werdenberg-Sargans zu Vaduz, Bischof von Chur,. verpfändet Wolfhart von Brandis die Festung Vaduz und den werdenbergisch-vaduzischen Besitz am Eschnerberg.
        

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