Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1953
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021162/4/
— 5 — vom allgemein äussern churrätischen und vom Reichsstandpunkt aus behandelt. Hier soll nun ein Eingehen auf das näher Lokale ver- sucht werden, da mit der Zeit eine eigentliche innere Landesge- schichte auch für die Frühzeit doch erwünscht ist. Diese Geschichte müsste durch Philologie und Grabungen gestützt und vervollständigt werden. Bei der Lückenhaftigkeit ider Ueberlieferung, die gar viele Probleme offen lässt, konnte schon im Nachstehenden von einigen grösseren Erörterungen nicht abgesehen werden. Man kann das Studium dieser alten Quellen, die auf dem Schriftbeweis (ähnlich wie die Notariatsinstrumente) beruhen, nicht genug empfehlen, denn auf sie und auf die viel späteren Quellen, die auf Zeugenbeweis und Beglaubigung durch Siegel beruhen, muss die Geschichte von 933 — 1045 erschliessend abstellen, denn für diese Zeitspanne gebricht es uns an Urkunden gänzlich, sind die Nummern 2 und 3 zu angeblich 1021 und 1030 des 1. Bandes ja nur Fälschungen. Nach Nr. 4 zu 1045 kommt wieder, nichts bis zu Nr. 6 zu 1149 (Nr.5 zu 1126 ist eine Fälschung). Erst, von da an erfolgt einigermassen regelmässig Kunde aus der Vergangenheit. Hier setzt auch der Stoff im St. Galler Stifts- Archiv mit den Urkunden zu 1167 (Nr. 15 unten) und 1236 (Nr. 16) wieder ein, zu welcher Zeit wir aus Churrätien 25 Stücke haben. Dann aber beginnt auch in St. Gallen der Stoff reichlicher zu wer- den. Das alemannische St. Gallen hat unter der Missachtung der Urkunde vom 10. — 12. Jahrhundert viel mehr gelitten als das lateinische Churrätien! Sachlich ist zu sagen, dass von 791 — 933 bei uns die Privat- urkunden vorherrschen. Von 933 — 1045 haben wir, wie gesagt, nichts. Von da an dominieren als Aussteller Papst, Kaiser, Bischof, Domkapitel und Klöster, als Empfänger aber die letzteren drei, von diesen aber bei weitem die Klöster. Das erhärtet sich nur noch durch die Urkunden von St. Gallen. Im Gebiet des heutigen Fürsten- tums Liechtenstein spielten eine Rolle der Bischof von Chur, das Domkapitel und die Klöster St. Luzi, Churwalden, Pfävers, St. Gal- len, Schänis, Weingarten und St. Johann im Thurtal. Dies ist die eigentliche kirchliche Z e it unserer Geschichte. Seit ca. 1230 treten dabei aber auch die Feudalherren mehr und mehr hervor. Es folgt die kirchlich-feudale, aber immer feudalere Zeit. Stär- ker bleibt naturgemäss in den St. Galler Urkunden noch das klöster- liche Element, das hier im 13. Jahrhundert in der eigensten Färbung 1 »
        

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