Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1953
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021162/378/
— 378 — dann ist A der Sonntagsbuchstabe, wenn der 2. Jan. ein Sonntag ist, dann eben B usf. Diese Sonntagsbuchstaben machen also den Ka- lender für jedes Jahr verwendbar. Der Kalender ist ein dreifacher: der römische nach Nonen, Iden und Kaienden (ursprünglich Mond- phasen), der christliche nach Heiligenfesten, und der moderne nach Numerierung der Monatstage. Die Zahlen 1 — 30, resp. 31 wurden aber erst von einer Hand des 17. Jahrhunderts klein nachgetragen. Der alte Kalender selbst scheint ca. 1448 auswärts geschrieben wor- den zu sein, aber auf Bestellung, und zwar auswärts deshalb, weil er viele Heilige aufweist, die bei uns nicht bekannt sind oder waren. Solche sind etwa Libanus, Geminus, Marcialis, Bagius, Saturus und Saturnus, F'hylo, Macedonius, Jherosolima, Divina etc. Merkwürdig ist auch, dass unser Jahrzeitbuch am 19. März «Joseph ab Aroma- thya» aufweist, während der Codex G des Churer Necrologiums «Jcsephi nutritoris domini» schreibt. Anderseits weisen die rot markierten Feste Lucius und Florin, sowie die ebenfalls in roter Fraktur eingeschriebenen Kirchen- und Altarweihen doch wieder auf den einheimischen Auftraggeber. Fol. 23 nimmt eingehend auf Eschen Bedacht. Die drei Kolonnen mit Familiennamen aus Eschen auf der untern Hälfte des Blattes stehen innerhalb 4 gravierten Ver- tikalen, von denen die zwei inneren mit 4 mm Abstand sogar doppelt geführt sind. Die Graphik nimmt also für Eschen speziell Rück- sicht. Von fol. 27' an, von wo an kein Kalendarium mehr ist, be- steht nur noch eine einfache seitliche Beränderung von je ca. 3 cm. Die Schrift nimmt aber auf den rechten Seitenrand fast nirgends Rücksicht. Die Ausstattung des Buches ist einfach, sozusagen schmucklos. Das Kalendarium ist in 5 — 8 mm hoher gotischer Buchschrift geschrieben (in unserer Ausgabe kursiv), das Zeichen «KL'» bei jedem Monatsanfang in ebensolchen 2 cm hohen und ca. 1 cm breiten Buchstaben. Diese grossen Lettern sind, abgesehen vom Anfang des Monats August, nicht verziert. Das Buch ist also nach Monaten und Tagen klar gegliedert. Die Monatsüberschriften, die Tagesbezeichnungen wie «Jan. III. Non.», der Buchstabe A bei den Sonntagsbuchstaben, die gefeierten Festtage 6ind rot (bei uns letz- tere kursiv und spazioniert). In roten Buchstaben stehen auch die Aufschriften «Notandum: Dedicatio ecclesie . . .» auf fol. 9' — 10
        

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