Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1953
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021162/300/
— 300 — aber zu keinem Austrag und zu keiner Schlichtung führte. Hierauf wurde ein anderer Gerichtstag nach Feldkirch anberaumt, an dem vor mir und den mir vier beigegebenen Schiedsrichtern die Zeugen beider Parteien einvernommen werden sollten, die wir auch un- parteiisch verhörten. Doch wurde die Einvernahme nicht abge- schlossen, da der von Brandis und seine Zeugen fehlten und gar nicht da waren. Graf Wilhelm und seine Leute beklagten sich hier- über in dem Sinne, 'die Sache würde ihnen zu sehr in die Länge ge- zogen;' und sie sprachen, alle ihre Zeugen seien zugegen und sie möchten, dass die Angelegenheit erledigt würde. Beiderseits ver- einbarten sich nun die Herren und ihre Leute mit meinem und der vier Schiedsrichter Wissen und Willen auf einen neuen Gerichtstag, der wiederum zu Feldkirch und zwar gestern Donnerstags zur Ab- schliessung der Zeugeneinvernahme hätte staattfinden sollen. Nach dem Rechte entschied die Mehrheit von uns fünfen, dass man diesen Gerichtstag treulich abhalten solle. Wer aber dem Tage aus irgend einem Grunde nicht Folge leisten möchte, solle sich darüber aus- sprechen, und die Sache solle so gestaltet werden, dass man diesmal den Gerichtstag nach meiner und der vier Schiedsrichter Erkennt- nis zu Ende führen könne. Der obgenannte Graf Wilhelm erschien mit seinen Leuten und den von ihnen gewählten Gerichtsbeisassen am Gerichtstage und bat mich, da er da sei, zu Gericht zu sitzen und dem Gerichtstage nach dem Stande der Dinge, so wie sie letztes Mal verlassen worden seien, Genüge zu tun. Die andere Partei und ihre Beisassen erschienen aber wieder nicht. Darum wollte ich nicht zu Gerichte sitzen. Graf Wilhelm bat mich abermals zu Gericht zu sitzen und zu bekennen, wie es in der Sache mit seinem Rechte stünde. Das wollte ich aber ohne die vom andern Teil erwählten Schiedleute nicht tun, da es mir billig schien, dass die Schiedleute beider Parteien bei mir sitzen sollten, und dass ich nur mit den Schiedleuten des einen Teiles ohne die Beisassen des andern Teiles nicht zu Gerichte sitzen und in der Sache Recht sprechen dürfe. Da sich die Sache so in die Länge zog, begehrte Graf Wilhelm, ich möchte ihm doch beurkunden, dass er und die Leute seiner Partei den Gerichtstag besucht hätten, dass von der Gegenpartei aber Niemand erschienen sei und dass diese auch nicht mitteitle, was sie versäumt oder behindert hätte. Auch diesem Gesuche widerstand
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.