Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1953
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000021162/15/
— 18 — schichte 1. 1848, S. 4 — 17, 99 — III; Mon. Germ. Hist., Script, rer. Merov. HL S. 367 f.): Die Brüder Urso und Landolfus, zwei Glarner, schenkten darnach angeblich das Tal Glarus dem hl. Fridolin zu Händen des Klosters Säckingen. Nach des Urso Tod behielt Landolf das Tal aber für sich, so dass Fridolin gegen ihn prozessieren musste. . . Venit beatus Fridolinus in Claronam, et stans supra sepulcrum Ursonis . . . ipsum . . . suscitavit . . . duxit eum inde ad sex miiiaria in villam que dicitur Ranwilre (Ranckwüre) ubi predictum lantgra- vi um iudicio presidentem . invenit. Fridolin zog also angeblich den Landolf ans unterratische Grafschaftsgericht in Rankweil. So müsste er auch das heutige Liechtenstein durchwandert haben. Es lebte aber St. Fridolin schon um 500, Balther aber erst im späten 10. und beginnenden 11.. Jht. Schon der überhaupt nicht ganz glaubwürdige Balther konnte die Sache also nicht mehr wissen. Zudem ist die obzitierte Stelle bloss interpoliert und deshalb eine spätere Fäl- schung. Es ergibt sich daraus, dass das Gericht Rankweil nicht schon um 500 Instand. Sicher aber ist, dass der Fälscher einfach die Zustände einer ihm unmittelbarer vorangehenden Zeit schildert, wie sie eben erst seit 806 / 7 be- standen haben. Die Vita Fridolini erwähnt das unterräiische Gericht, nicht das spätmittelalterliche Landgericht, das ja nur bis zum Wallensee zuständig war, also nicht mehr für Glarus. Der Fälscher konnte also nicht dieses spätere Gericht gemeint haben. Glarus gehörte darnach vor 1000 noch zu Rätien, aber noch nicht zum Kloster Säckingen. Von Vinouina in mallo publico haben wir endlich noch eine noticia de iudicado vom 8. März 920 über einen Prozess zwischem dem Bischof von Chur und dem Kloster St. Gallen um das Kloster Pfävers (Wart- mann, III n. 779). Zur Rechtsgeschichte. Zu resederet vgl. LRC. I. 7: De officio iudicum civilium: . . . resedeat . . . Zu in mallo publico vgl. LRC. I. 6. 2: Quicumque iudex sciat se dum rausas iudieaverit. non se abscondat in remoto loco neque ipse sölus iudicium donet sed cum bonos homines et in aperto domo, ut quicumque tntrare voluerit licenciam babcat et ante plures homines sua iudic;a donet et quod rectum est iudicet. — Zu de tradavio vgl. das Intestat-Erbrecht der LRC. Vi-— 4. — Zu per ipsum sacramentum quod domno nostro datum hebemus vgl. LRC. IL 8. 1: Uli qui sacramenta dant per nomina dominorum suo- ruin, wofür in der Lex Rom. Wisigot. steht: qui dominorum nomina pläcitis inserentes . . . Eidbrüchigkeit bringt hier Infamie und Bestrafung. Vgl. ferner LRC. XL 13: Quincumque homines ad sacramenta danda ante iudicem venerint äntequam de ipsa causa interrogentur iurati dicant, ut nulla falsitatem non iurent, sed quod rectum sciunt dicant. Sic postea iudex quem honestiorcs ei meliores et plus iustas personas viderit, nisi si minor numerus sit, ipsa pars iurare debet. Nam si unius hominis sacramentum, quam vis alta persona sit, non ei credatur. Ferner LRC. XXIV. 1: De qualecumque causa aut de qualecumque rem unde inter duos homines intencio fuerit et in iudicio ante iudicem vene- rint ambe partes in placito iuratores presentare debent et qui meliores aut plus iustas personas habuerint ipsi iurent. Der Grundsatz testis unus, testis nullus, die Tatache, dass der Eid nicht bloss auf «/a» oder «nein» geht und dass der eigentliche Beweis in der Aussage liegt, ist alles römisch (Vgl. Perret, Fontes,
        

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