— 171 — Uebersetzung Dezember 7. Im Jahre des Herrn 1302 starb Ulrich Trisner, Domherr der Kirche zu Chur. Er hinterliess ihr vier mailähdischc Liren von einem Weinberg zu Vaduz, hinter »Vaduzers«-Hof gelegen, den er von seinem Bruder Johannes gekauft hatte, und von den Wiesen, die »zu Gercusa« geheissen werden, durch die man zum Schiff zu Schaan gelangt. Dies geschah unter der Bedingung, dass zwei Liren dem St. Paulus Altar im Münster zu Chur gegeben werden und eine Lire an seiner Jahrzeit unter die beim Totengottesdienst an- wesenden Domherren verteilt werde. Die vierte Lire wird wie folgt verteilt: Ein Imperial wird unter die Scholaren verteilt. Der Rest wird den Priestern ausgeteilt, die an diesem Tag im Münster die Messe lesen. Der Diakon erhält 4 Imperial, der Subdiakon 3, der Schulleiter 6 und die Küster 3 Imperial. Der Verstorbene ruht vor dem Altar des heiligen Paulus. Necrologium Curiense Cod. 0. fol. 401) im Bischöflichen Archiv Chur. Eintrag aus der in Betracht fallenden Zeit in gotischer Kursive mit den typischen Formen der Frakturschrift, und zwar auf Vorliniernng, die trol/. Rasur stellenweise noch sichtbar ist. Druck. Mon. Genn. Hist., Nccr. Germ. I. S. 645. A u s z u g. von Juvalt, Wolfgaug, Necrologium Curiense (Chur 1867), S. 120. Literatur. J. B. Büchel, Jahrbuch für Liechtenstein 2 (1902), S. 136 1 »Anno dni MCCCIII .. .« bei Juvalt und in Necr. Germ, ist falsch. 2 Es heisst »Trisner«, nicht »Trisener«, wie hei Juvalt. Es steht nämlich »Trisn'« mit Kürzungszeichen für »er«. Ueber Ulrich Trisner oder »von Trisun« vgl. Kaiser-Büchel, Chronik von Liechtenstein, S. 190. 3 Juvalt liest irrtümlich »Gerousa«. Büchel J. B., Geschichte der Pfarrei Triesen, II. Band des Jahrbuches des Hist. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein (1902) liest »Gerkusa«. Vgl. hiezu J. Ospelt, Sammlung liechtensteinischer Orts- und Flurnamen, Jahrbuch Bd. XI, S. 45. 4 Zwei Liren kommen also dem Altar St. Paul zu gut. Somit verbleiben 2 den Klerikern, die an der Jahrzeit teilnehmen. Diese sind über der ersten Zeile des Eintrages, in der Mitte nochmals eigens hervorgehoben: ».ij. libre metzanorum«. 5 Am Rand steht noch die Bemerkung: »Non est notum imp'ari Iii»"«.
        

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