— 123 — C a r t u 1 a.r i ü m ,-M o u a s t er i C u r w a ld e n s i s im Bischöflichen Ar- chiv Chur, fol. XLII recto (s. XV.), sub rubrica: »Recognicio ex parte curtis in palazol pertinente Monasterio Cnrwaldensi tempore / Bertoldi prepositi 1. 2. 78K. Darunter: Concordat cum originalj per omnia / Conradiis Notarius scripsit«. Druck. Mohr, Codex diplomaticus II. (1852), No. 3. Regest. F. Jecklin, Zinshuch des Praemonstratenserklosters Churwalden vom Jahre 1513, No. 14. Anmerkung. Obwohl die Urkunde nicht sagt, wo der Hof Palazol liegt, haben ihn verschiedene Autorenj und zwar ohne nähere Erklärung, auf Chur bezogen. Im sog. Reichsurbar von angeblich 831 erscheint aber Palazoles als Balzers.. Die Bulle Innozenz III. vom 6. Mai 1208 erwähnt damit im Ein- klang unter den Besitzungen des Klosters Churwalden nur . einmal »in uilla halzols curtem. unam«,. zwischen den Oertlichkeiten Maienfeld, Sevelen und Silvaplana, das zwischen Balzers und Triesen liegt, um dann nach Feldkirch hinab zu greifen. Balzols ist also Balzers. Einen anderen Ort dieses Namens enthält die Bulle nicht. Somit ist auch das Palazol unserer Urkunde wieder Balzols, d. h. Balzers. Wir bemerken noch, dass Rüvina, aus dem ein Zins kommen soll, aus Riifina emendiert ist, und im alten Rufina hei Triesen ver- treten ist, was mit der erwähnten Papstbulle, die von "Balzers mit der Erwähnung von Silvaplana auch in die Richtung Triesen führt, in vollem Einklang steht. Dass der Name der Wiese selbst, nämlich »Sellas« anscheinbar verloren gegangei: ist, ist bei seiner Bedeutungslosigkeit weiter nicht verwunderlich. Aber auch die Personen, die in unserer Urkunde vorkommen, weisen nicht nach Chur, sondern ins untere Rätien. Der Name des Verkäufers Balvus kommt sonst im Archiv Pfävers für die Gegend von Pfävers vor. Auch der Name des Käufers Fritac ist unterrätisch, er kommt in der Wartau, in Ragaz und Mels-Plons, am verbreitesten aber in Walenstadt und Quarten, und darüber hinaus einerseits in Elm und anderseits in Herisau vor. Obwohl Landulfus Bürger von Chur ist, ist sein Name da doch ungewohnt und weist entschieden ins Unterland. Glarner ist im Mittelalter in Sargans vertreten. Obwohl diese Namen in der Hauptsache ins Sarganserland weisen, ist Palazol gerade auch deshalb in Balzers zu suchen. Nachher kommen aber noch Zeugen von Feldkirch, Schnifis und Zizers. Das Einzugsgebiet ist somit klar rund um unsere Gegend umrissen. Von einer Kapelle Palazol zu Chur weiss die Geschichte übrigens nichts. Es ist lt. unserer Urkunde nämlich auch Zins zu zahlen von den Hofstätten hei der Kapelle in Palazol. Diese steht also in einer Oertlichkeit, die eine dorf- ähnliche Siedlung darstellt und nicht bei einem Hof im Gebiet von Chur. Hier wären die Untersuchungen über die Kapellen von Balzers übrigens' anzuziehen. Palazül in Chur gehörte endlich nicht Churwalden, sondern dem Domkapitel Vgl. Schorta, Landschaftsbild von Chur im 14. Jahrh. (1942) No. 131.
        

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