Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
11
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000015285/70/
II.Vorbemerkung 1. Entstehungsgeschichte der einschlägigen Verfassungsnormen Die geltende Verfassung vom 5. 10. 1921 — der Wortlaut ist der von der Regierungskanzlei in Vaduz herausgegebenen Textausgabe 1981 «Verfassung des Fürstentums Liechtenstein» zu entnehmen — hat in Abkehr von der Verfassung vom 26. 9. 1862 die konstitutionelle Erb­ monarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage (Art. 79 und 80) eingerichtet und die oberste Staatsgewalt gewissermässen einem aus regierendem Fürsten, dem Volk, dem vom Volk gewählten Landtag und der Regierung zusammengesetzten Staatsorgan vorbe- halten.la Um die erstgestellte (vgl. I. 1 a) Frage beantworten zu können, ist es nicht nur nützlich, sondern geradezu notwendig, sich kurz die Ent­ stehungsgeschichte der einschlägigen Verfassungsartikel vor Augen zu halten, die seit der Erlassung der Verfassung von 1921 unverändert geblieben sind. Man hat sich der Tatsache bewusst zu sein, dass der Regierende Fürst unter der Geltung der Verfassung von 1862 und auch nach der Erlassung der Verfassung von 1921 — soweit dies der Gutachter überprüfen konnte — regelmässig seinen Sitz nicht in Liechtenstein hatte und die ihm durch die Verfassung von 1921 vor­ behaltenen Funktionen nicht im Lande selbst ausübte, sondern — wie die Textausgabe 1981 der Verfassung im Abschnitt «Zur liech­ tensteinischen Verfassungsgeschichte» unter IV. ausführt: «Die eigentliche Macht übte der Landverweser aus, der vom Für­ sten und von der Hofkanzlei abhängig war. Dies führte schliess­ lich dazu, dass österreichische Verwaltungsmethoden kritiklos in Liechtenstein angewandt wurden und dass die private fürstliche Hofkanzlei teilweise die Regierungsgeschäfte erledigte ... la Vgl. Art. 2 Verf.: «Das Fürstentum ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage (Art. 79 und 80); die Staats­ gewalt ist im Fürsten und im Volk verankert und wird von beiden nach Mass­ gabe der Bestimmungen dieser Verfassung ausgeübt.» 73
        

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