Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
11
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000015285/23/
folge berechtigter Prinz nachgeboren werden, so tritt für die Dauer solchen Zustandes eine Regentschaft ein.»34 IV. Die zur Regentschaft berufene Person Wer und wie zur Regentschaft berufen wurde, regelten die Mehrzahl der Verfassungen.35 Zwei teils recht kompliziert miteinander ver­ mischte Prinzipien standen dabei im Vordergrund: das Agnatenprin- zip und das Kognatenprinzip. 1. Berufung nach Thronfolgeordnung (Agnatenprinzip) Als Regel kann der Doktrin das staatsrechtlich und erbmonarchisch allein vertretbare Prinzip entnommen werden, dass der Regent pri­ mär aus den Agnaten, und zwar nach der Thronfolgeordnung zu be­ rufen sei. Es ist in der Tat wenig einleuchtend, Regenten zu ernennen, die selber den Thron nie oder nur subsidiär erlangen können. Auch Zweckmässigkeitsgründe sprechen für eine Berufung des nächsten thronfolgefähigen Agnaten30, des sog. «geborenen Regenten».37 In einigen Staaten war dieses Prinzip rein verwirklicht (z. B. Preussen, Sachsen, Württemberg). 2. Die Frauenberufung (Kognatenprinzip) Die Bevorzugung der Kognaten (Mutter, väterliche Grossmutter, Ehe­ frau) entstammt dem römisch-rechtlichen Tutelarrecht und wird durch die Lehre abgelehnt. Gegen eine subsidiäre Berücksichtigung wird dagegen nichts eingewendet, ist eine solche doch auch bei der Thron­ folge häufig vorgesehen. Neben dem reinen Kognatenprinzip boten verschiedene Verfassungen unterschiedliche Kombinationen mit dem Agnatenprinzip.38 34 Peters, 14, Anm. 1. 35 Hancke, 22/23. " Hancke, 29, Peters, 25. 37 v. Kirchenheim, 71, Hancke, 29, Baumgartner, 466. 38 Freund, 33, Anm. 3. 24
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.