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anerkennenswerten Entgegenkommen des Landtages, welcher nicht nur | 
ein mit 3/,% verzinsliches und in dreissig Jahresraten rückzahlbares | 
Darlehen sowie die im Jahre 1888 votierte Subvention von 600 fl. bewil- | 
ligte, sondern überdies eine weitere Subvention nach Fertigstellung der 
Strasse in Aussicht stellte. Das Projekt wurde allgemein als ein zweck- | 
müssiges, die Ausführung desselben als für die Gemeinde dringlich und | 
die neue Strasse ihrer hochromantischen Partien wegen als ein interes- | 
santes Seitenstück zum Fürstensteig anerkannt. | 
Ermutiget durch das Entgegenkommen des Landtages hat die Gemeinde | 
den Bau der Strasse in Angriff genommen und denselben in drei Par- 
tien im Akkordwege vergeben um die Gesamtsumme von 13,320 fl. 
Aber nur zu bald sollte man die Überzeugung gewinnen, dass um diese 
Summe die 4 Kilometer betragende Wegstrecke nicht erstellt werden 
könne. Man hatte sich bezüglich des Terrains arg getàuscht und die 
Folge war, dass der Unternehmer der längsten und schwierigsten Partie, 
nachdem er zwei Dritteile der von ihm übernommenen Arbeit - aller- 
dings in ausgezeichneter Weise - vollendet hatte, sich ausser Stande 
erklärte, den Bau weiterzuführen, da schon viel mehr als die ganze ihm 
zufallende Akkordsumme verausgabt war. So sah sich die Gemeinde 
genötigt, um das begonnene Werk nicht unvollendet zu lassen, den Rest 
desselben abermals im Akkordweg zu vergeben, was an einen einheimi- 
schen, zuverlässigen Unternehmer geschah um die Summe von 5700 fl. 
Die Gesamtkosten der Strasse, Zäunung inkl., belaufen sich nun auf ca. 
23000 fl. Trotz der erwähnten Beihilfe des Landes fällt es nun der Ge- 
meinde Triesen so schwer, die durch dieses Werk ihr erwachsende Schuld 
zu tragen, dass sie, wenn man die Höhe der wirklich sich ergebenden 
Kosten geahnt hätte, das Unternehmen sicher nicht gewagt hätte. 
Die schweren, in den letztverflossenen dreissig Jahren getragenen Lasten 
- infolge Durchführung der Entwásserung, Erstellung der Reinwuhre, 
Regulierung der Ortsgassen, Errichtung des Armenhauses, Vergrósse- 
rung des Schulhauses, Correction des Dorfbaches, Erbauung der Stal- 
lungen in den Alpen, Erstellung der Hydranten und der Strasse nach 
Triesenberg - haben die Gemeinde finanziell sehr zurückgebracht und 
die Kräfte der Steuerzahler aufs höchste in Anspruch genommen. 
In dieser Lage und in Anbetracht der wahrhaft landesväterlichen Huld, 
mit der Eure Durchlaucht derlei wohltätige und gemeinnützige Unter- 
nehmungen zu fördern pflegen, wagt es die unterthänigst unterfertigte 
Gemeindevertretung im Namen und Auftrag der gesamten Bürgerschaft, 
Eurer Hochfürstlichen Durchlaucht mit ehrfurchtsvollsten Bitte sich zu 
nahen, Hochdieselbe wollen uns zur Abtragung der durch diesen Stras- 
senbau uns erwachsenden Schuld einen Beitrag zu spenden geruhen.» 
  
  
  
  
        

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