Worte standen: «Mater fortior» die Mutter ist stark, 
stärker als alle anderen. In der Tat, diese Mutter hat 
sich stärker erwiesen, denn in diesem Jahre, als das 
tausendjährige Reich sich immer mehr ausdehnte und 
drohende Gestalt annahm, entsann sich eine Gruppe 
Jungmänner von der Jungmannschaft und Rovern aus 
Schaan, wie wir uns dem Schutze Gottes würdig erwei- 
sen könnten. Einer von uns kam auf den Gedanken, 
wir, die Jugendvereine von Schaan: Jungmannschaft, 
Pfadfinder, Jungfrauenverein und Weg (religiös-literari- 
sche Mádchenvereinigung — Red.) wollten bei der Gna- 
denmutter auf Dux ihrem göttlichen Sohne eine wür- 
dige Wohnung bereiten, wenn sie uns vor dem Kriege 
bewahre. Bei einer Umfrage der betreffenden Vereins- 
leitungen gaben alle sofort ihre freudige Zustimmung. 
Gleichzeitig beschlossen wir alle am Jahrestag der 
Weihe des Landes an Maria eine Landeswallfahrt der 
Jungmánner ganz Liechtensteins abzuhalten. Mit Freu- 
den gingen wir an die Vorbereitung. Am Vorabend 
hatten wir alles schon geziert auf den grossen Tag. 
Doch es lag etwas in der Luft, etwas Unheimliches, 
aber man wusste nicht was. Wir hatten verabredet, bei 
der Wallfahrtskapelle zu wachen und uns jede 
2. Stunde abzulósen, da es noch sehr kühl war. 
In den spáten Abendstunden gab es auf einmal gros- 
sen Làrm im Dorf und gleich darauf wurden die Stras- 
senlampen eingeschaltet, da sonst alles verdunkelt 
war, da ahnten wir das Schlimmste. Umstürzlerische 
Elemente versuchten, den Frieden zu stóren und 
unsere Freiheit zu rauben. Es wurde uns auch die 
Aufgabe zuteil, beim nahen Kloster zu wachen und die 
Schwestern vom kostbaren Blut wachten in der Klo- 
sterkirche die ganze Nacht beim Gebet. 
Da auf einmal kam unser hochwürdiger Herr Pfarrer 
Johannes Tschuor ganz aufgeregt zu uns herauf, ging 
schnell ins Kirchlein und stieg auf den Altar, nahm die 
Gnadenmutter und ging mit ihr vor das Kirchlein hinaus 
und gab dem ganzen Land den Segen, den es so sehr 
bedurfte. Mein Kamerad Quido und ich waren die einzi- 
gen Zeugen dieser Handlung. Im gleichen Moment 
durchfuhr uns der Gedanke, jetzt sind wir gerettet und 
so war es. Eine máchtige Mutter hatte ihre Hand aus- 
gestreckt über unser kleines Land. 
Die Wallfahrt am folgenden Tag, am Tage der Verkündi- 
gung, den 25. Márz 1941, wurde mehr zu einer Dankes- 
wallfahrt. Es war eine eindrucksvolle Kundgebung. Um 
500 Jungmánner aus allen Gemeinden des Landes 
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