Gibt es nicht noch bessere Belege? Doch! Jeder Autor, 
der sich bislang mit dieser Frage befasst hat, nimmt als 
selbstverständlich an, dass die Kulmhöhe ein Uber- 
fliessen des Rheingletschers ermöglicht haben könnte. 
Keiner hat jedoch versucht, das Bergsturzmaterial — 
nach Gesteinen und Schichtmächtigkeiten sortiert und 
entsprechend der heute messbaren Lagerung — an 
seinen ursprünglichen Platz vor dem Absturz zurückzu- 
versetzen. Genau das kann aber rekonstruiert werden 
(wir verweisen auf S. 22-23 und Fig. 2 und 4). 
Die Vermutung R. Hantke's (1980), der Malbunglet- 
scher kónnte den Rheingletscher in der Kulmgegend 
zurückgestaut haben, mutet beinahe wie ein schlechter 
Witz an angesichts der Tatsache, dass auf der Sücka- 
seite oberhalb der Hangmitte nur Erratiker vom Hang 
des Saminagletschers vorkommen und keine solchen, 
welche vom Hang óstlich der Samina stammen (von 
der Hahnenspiel-Seite wáren es solche aus den Raib- 
lerschichten und dem Hauptdolomit, aber diese fehlen. 
Die álteren Triasgesteine stammen von Gapfahl), von 
Triasgesteinen aus dem Malbuntal (Arosa-Zone; Raib- 
lerschichten; Hauptdolomit; u. a.) fehlt jede Spur. Ganz 
abgesehen von diesem eindeutigen Befund widersprá- 
che auch die Kinematik der Eisbewegung der Vorstel- 
lung, wonach der kleine Malbungletscher am Talaus- 
gang — quer über den Saminagletscher hinweg — den 
Rheingletscher hátte zurückstauen kónnen. 
Zu 5) Zwischen Bargellahóhe (beim Kreuzle) und Krüp- 
pel war die Kammlinie der Kulmregion vor dem Absturz 
der Bergsturzmassen um 200 bis 250 m hóher als 
heute und nach Westen verschoben. Die Kammlinie lief 
damals — nach dem Abschmelzen des Rheingletschers 
bis in Talnähe — vertikal oberhalb der Abzweigung des 
Silumstrásschens von der alten Kulmstrasse, über P. 
1273, auf 1650-1700 m Hóhe (Fig. 2 und 4) von Norden 
nach Süden. 
Zu 6) Ein dünner Film von Rheinmoráne-Material über- 
zieht überall, wo erhalten, den anstehenden Fels und 
dies auch unter dem Bergsturz. 
Dieses Moränenmaterial besteht im Falle guter Erhal- 
tung (Triesen, Masescha u.a.) aus tonig-siltigem, «leh- 
migem» Material, gespickt mit kleinen bis m?-grossen 
Blócken von Rheinerratikern aus dem Bündnerland und 
zum Teil der Falknis-Decke Liechtensteins. Die Morá- 
nenüberkleisterung kann dm- bis über 10 m mächtig 
sein. Falls erhalten, ist dieser Horizont auf dem Felsun- 
tergrund ein typischer Wasserstauer mit entsprechen- 
den Quellaustritten. Überdies fungiert er auch als wirk- 
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