Ziergiebeln umgeben. Auf der Ostseite befindet sich 
die Türe. Die zwei Türflügel sind mit Rautenmustern 
vergittert. Zwischen den Fenstern des zweiten Stock- 
werks steht auf der Aussenseite eine Reihe von Figu- 
ren, darstellend die Verkündigung, die Heimsuchung, 
die Geburt Christi und die Anbetung Christi durch die 
Weisen. Sie weisen auf den Anfang des Lebens Jesu 
hin. Die Figuren im Innern hingegen weisen auf die 
Vollendung des Lebens Jesu in der Auferstehung hin. 
Die Figuren stellen einerseits den Gang der drei Frauen 
am Ostermorgen zum Salbenkrämer Hyppokrates dar; 
andererseits den Besuch der drei Frauen beim Grab. 
Sie schreiten auf den Grabesengel zu. Zwischen den 
Ziergiebeln stehen die Statuen der zwölf Apostel, der 
Zeugen und Künder der Osterbotschaft. Auf der Kreuz- 
blume stand — seit der Barockzeit — der Prophet Jesaja, 
wohl wegen des Wortes, das sich bei Jesaja findet: 
«Sein Grab wird herrlich sein». Diese Jesaja-Statue 
wurde vor einigen Jahren entfernt. Auf dem Boden des 
Grabes befindet sich ein Kenotaph aus dem Jahre 
1560, der wahrscheinlich einen früheren ersetzte, in 
den jeweils die Statue des Grabeschristus gelegt 
wurde. In diesem Heiligen Grab zu Konstanz klingen 
schon viele Motive an, die auch in den Grabdarstellun- 
gen der künftigen Jahrhunderte zu finden sein werden. 
Zusammenfassend kann über diese ganz frühen Heilig- 
gráber festgehalten werden: Sie wurden ausserhalb 
der Kirche errichtet und standen irgendwie mit einem 
Friedhof oder einer Grablege in Verbindung. Man fasste 
das Christusgrab, aus dem die Auferstehung geschah, 
als Stütze der Hoffnung auf die eigene Auferstehung 
auf, was aus dem Satz des Hrabanus Maurus hervor- 
geht: «Cuius (Christi) hic tumulus nostra sepulcra 
iuvat.» Sein [Christi] Grab hier, nützt unsern Grábern.) 
Man bemühte sich, das Heilige Grab in Jerusalem 
móglichst naturgetreu nachzubauen, ja sogar die 
Masse einzuhalten. So schickte Bischof Meinwerk von 
Paderborn, der um 1036 einen Heiliggrabbau errich- 
tete, den Abt Wino nach Jerusalem, um die Masse der 
Grabeskirche zu holen. Als ein gewisser Hans Tucher 
1479 von Jerusalem zurückkam, erklárte er, die Jerusa- 
lemer Grabkapelle sei «gleich in Grósse und Weite als 
die Kirche in Eichstátt» (vermutlich 1147 erbaut). Diese 
Eichstátter Grabeskapelle ahmt auch in ihrem Innern 
die Einteilung des Jerusalemer Grabes in Vorraum und 
Grabraum mit einer Steinbank, der eigentlichen Gra- 
besstátte, nach. In der Wand ist eine verschliessbare 
Mauernische, wohl zur Aufbewahrung des Allerheilig- 
sten am Karfreitag und Karsamstag. Dieses Heiliggrab 
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