Viele Wörter, die zwar das Mittelhochdeutsche kannte, 
aber nicht in der Schriftsprache geblieben sind, wären da 
zu nennen. So etwa aaleeg «sanft ansteigend» (mhd. 
laege), schwiina «sich vermindern, z.B. tut das Holz an 
der Sonne...» (mhd. swínen), oder: es ist schwiiniga 
moo «abnehmender Mond», verliiiiha «(Maispflanzen) 
auszupfen» (mhd. liehen), zefer «Kleintiere» (zu ahd. 
zebar «Opfertier», heute noch im Wort «Ungeziefer» 
bewahrt), togpa «Pfote, auch grosse Erdkróte» (mhd. 
tápe), umalááha «im Ort herumziehen» (mhd. leichen 
«tanzen, hüpfen», vgl. vorne wetterlááha), hinnet «heute 
abends» (mhd. hínaht), vertóógga «sich verirren» (zu 
mhd. tougen «heimlich»), kchaja «fallen» (mhd. gehien, 
ursprünglich «verheiraten», mit negativer Bedeutungs- 
entwicklung in der Mundart bewahrt, vgl. Schweizerdeut- 
sches Wörterbuch Il 1103), schtruuha «Katarrh» (mhd. 
strüche), agerschta «Elster» (mhd. agelster), auch die 
Hühneraugen wurden früher agerschtanóóger genannt, 
büaza «flicken» (mhd. büezen «verbessern», so noch in 
schriftdeutsch «büssen»). Auch das Wort «Haupt», das in 
der Schriftsprache wie in der Mundart durch «Kopf» 
verdrángt wurde, kennt man noch im rehahopt «Querholz 
am Rechen, in dem die Zàhne stecken» oder hóptle 
«Salat-, Krautkopf» und hoperti «Kopfkissen». Das alte 
Wort lesmer «Pullover» geht auf mhd. lismen «stricken» 
zurück, schefa «Bohnen auf mhd. schefe, schwemma 
«ausroden» auf mhd. schwenden «verschwinden 
lassen» (so noch schriftdeutsch «ver-schwenden»). 
Man kónnte weiter nennen, ohne dass die Zahl 
vollstandig ware: mqgsa «Schmutzfleck» (mhd. máse 
«Wundmal, Narbe»), falga «das Erdreich lockern» (mhd. 
valgen «umackern»), hees «Kleidung» (mhd. haez), lelch 
«Leintuch» (mhd. /inlach), pfifholder «Nachtschmetter- 
ling» (aus mhd. vívalter) im Gegensatz zum summerfogel 
«Tagschmetterling», briascha «laut schreien» (mhd. 
brieschen), wentela «Wanze» (aus mhd. wantlüs 
«Wandlaus»), riiha «Rist» (mhd. rihe), haller «Glocken- 
schwengel» (zu mhd. halm «Stiel», vgl. egshalm 
«Axtstiel»), süüra «kleine Furunkel» (mhd. siure «Milbe»), 
maarterschigss «Vorhangschloss» (aus mhd. malch- 
schloz zu malche «Reisetasche», eigentlich taschenarti- 
ges Schloss), gsócht «Rheuma» (zu mhd. suht 
«Krankheit»), rofa «Kruste auf der Wunde» (mhd. rufe), 
vlet «Flügel» (zu mhd. vettach «Fittich»), menni 
«Gespann» (mhd. mennen «führen»), hiana «Henkel» 
(mhd. hiene), gólla «Jauche» (mhd. gülle «Lache»), bünt 
«Hauswiese» (mhd. biunt), rangg «Kurve» (mhd. ranc), 
negile «Nelke» (mhd. negelin «Nágelchen», die Gewürz- 
nelke erinnerte an die Form der handgeschmiedeten 
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