21 
mit der Landarmee von Lissabon ans nach Spanien hinein 
dringen. Aber hier thürmten sich Schwierigkeiten auf Schwierig 
keiten. Niemand war fertig, weder die Holländer, noch die Eng 
länder, noch die Portugiesen, welche tractatmäßig den größten 
Theil der Armee zu stellen hatten. Erst am 24. März waren 
die englischen und holländischen Truppen völlig beisammen, d. h. 
so viel zunächst kommen sollten, aber nicht so viele als bestimmt 
waren. Nun aber fehlten die Portugiesen. Portugal hatte vierzig 
Jahre keinen Krieg gehabt und das Kriegswesen war bei ihm 
völlig in Verfall gerathen. Aber das war nicht die einzige Ur 
sache für den Mangel an allem Nöthigen. König Pedro selbst 
war vom besten Willen erfüllt und wollte, wie man überzeugt 
war, aufrichtig die Unterstützung des Königs von Spanien. 
Aber in seinem Ministerium befand sich eine mächtige Partei, 
die es mit Frankreich hielt, die Minister d'Alegretti und Conte 
de Viana. Diese wußten alles hinauszuziehen und gänzlich zu 
verhindern. So wirkte auch die böse Absicht mit. 
Ein weiteres Uebel war die Uneinigkeit und Eifersucht 
unter den Parteien allen, welche die französisch gesinnten Portu 
giesen in ihren Bemühungen unterstützte. Schon die beiden Ge 
sandten der Engländer, Methuen und der Holländer Schonen 
berg, und nicht minder die Feldherren Schömberg, Fagel lind der 
Portugiese de las Minas erwiesen sich uneins, lind besonders 
wurde über den Engländer Schömberg Klage geführt, so daß 
sich seine Regierung in Mitte des Sommers veranlaßt sah, 
ihn abzuberufen. An seine Stelle schickte sie Lord Galway, 
womit die Sache gerade nicht besser wurde. Am meisten lind 
schlimmsten wurde iin Rath der Diplomaten gehadert, und 
hiervon waren in erster Linie die Eifersucht und die Capricen der 
Spanier schuld. 
Diese, die Emigranten, waren es auch gewesen, welche den 
leitenden Männern eine ganz falsche Ansicht über den Stand 
der Dinge in Spanien selbst und die Sympathie der Spanier 
beigebracht hatten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.