79 
von neunzehn Rittern, über die Gränze in das Werthe Steier- 
land nach Scheuflich, wo sich nicht viele der lieben Landsleute 
eingefunden hatten. Aber am nächsten Morgen erschien ein wun 
derlicher Held, doch höchst mannhafter Ritter, Herr Jlsung von 
Scheuflich, dessen Rüstung über und über mit mehr denn fünf 
hundert Schellen bedeckt war;.laut erklang ihr Geläute, wie er 
mit kleinen Sprüngen seines Rosses heranritt. Auch der Speer 
war mit Schellen behängt, und seine Kleidung war wunderlich 
geschnitten von rothem und grünem Seidcnzcndel mit Gold 
und Silber. So leichtfertig und stutzerhaft er gekleidet war, 
so kräftig war sein Stoß im Tjost; er traf Ulrich auf den 
Schild, daß die Riemen alle zerrissen und der Schild auf den 
- Boden fiel und der Anprall wie ein Donnerschlag erklang; mit 
gleichem Gekrach zersprang Ulrich's Lanze an des Gegners 
Schulter und weit umher zerstoben die Schellen. 
Von Scheustich ging es weiter nach Judenburg an die 
Mur, wo er übernachtete, ohne hier, gerade unterhalb seines 
Stammschloßes, erkannt zu werden, dann hinab die Mur nach 
Knüttelfeld und von da nach Leoben. Ucbcrall fand er ritter 
liche Arbeit. In Leoben fand er zwanzig Ritter, die ihn am 
Morgen mit Flötengetön erweckten und zum Stechen auf das 
Feld hinausführten. In Kapfenberg, wo der edle Wülfing von 
Stnbenberg saß, hatten Ulrich's Leute einen kleinen Ehrenstrcit 
mit dem Burgherrn. Jene waren vorausgeschickt um einzu 
kaufen, und Wülfing hatte angeordnet, daß für die Königin 
Venns alles umsonst hergegeben werden solle. Das war aber 
wider Ulrichs Befehl, die Leute durften selbst nicht darauf 
eingehen, als Wülfing befahl für drei Mark Werthes nur einen 
Pfennig zu nehmen; so mußte dieser sich dem Willen der 
Königin fügen. Dann ritt er ihr mit dreißig Rittern zum 
Willkommen entgegen, und am nächsten Morgen wurden eine 
Anzahl Speere verstochen. 
Wie Ulrich gegen Kinnenberg kam, sandte ihm Otto von 
Buchenau einen Boten entgegen und ließ der Königin sagen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.