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Länge. Zum Glück befand sich der schwäbische Kreis durch die 
Kriegsereignisse in großer Geldverlegenheit. Er sollte seinen 
Militärstand aufrecht erhalten und hatte keine Mittel dazu. 
Unter diesen Umständen erbot sich der Fürst dazu, da int Moment 
ein anderer reichsunmittelbarer Besitz nicht zu erwerben stand, 
das, was zu Schellenberg noch fehlte, einstweilen durch eine 
Geldsumme zu ergänzen. Der schwäbische Kreistag zu Ulm 
meinte, es seien zwar allerlei Bedenken vorhanden, daß der 
Mangel fürstenmäßiger Güter durch Geld ersetzt werde, allein 
es sei wiederum zu beachten, daß die Fürstenwürde schon lange 
dem Hause Liechtenstein gehöre, und daß zudem das jetzige Haupt 
des Hauses anderweitig mit Glücksgütcrn hinlänglich gesegnet 
sei, die fürstenmäßigc Würde aufrecht zu erhalten; man stünde 
daher nicht an, den Fürsten Liechtenstein zu Sitz und Stimme 
auf der Fürstenbank des Kreises zuzulassen, auch wollten sich 
alle Mitglieder des Kreises verpflichten, das gleiche Begehren 
des Fürsten in Bezug auf den Reichstag zu Regensburg zu 
unterstützen. Der Kreis verlangte dafür die Summe von 250.000 
Gulden als ein unverzinsliches Darlehen für die Bedürfnisse des 
Kreises. Sollte es später sich ereignen, daß der reichsunmittel« 
bare Besitz des Hauses Liechtenstein durch andere Bewerbungen 
vermehrt werde, so solle der Kreis im Verhältniß von jener 
Summe zurückzahlen. Der Fürst Hans Adam ging auf diese 
Bedingungen ein. Am 25. November 1707 faßte der Kreistag 
zu Ulm dein entsprechend seinen Beschluß, und das Haus Liech 
tenstein erhielt damit Sitz und Stimme als Mitglied des schwäbi 
schen Kreises sowohl für die männliche Nachkommenschaft voit 
Hans Adam wie nach ihr der Hartmannischen Linie; würde 
auch diese männlichcrseits erlöschen, also der Name Liechtenstein 
verschwinden, so höre damit auch Session und Votum auf. 
Jener Fall der Rückzahlung trat itach der Erwerbung von Vaduz 
ein, aber der schwäbische Kreis halte leichter genommen, als er 
zurückgab. Erst 1736 setzte es der Fürst Joseph Wenzel wirklich 
durch, daß ihm oder vielmehr seinem Mündel die Summe von
        

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