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Am 11. August hielt er einen feierlichen Einzug in Troppnu 
als Landesherr. Die Stände hatten ihm eine Gesandtschaft ent 
gegengeschickt, die Ritter und Herren zogen ihm zu Pferde unter 
Führung des Landeshauptmanns bis an die Gränze des Herzog 
thums entgegen; die Bürgerschaft hatte sich, 800 Mann stark, 
mit dem Bürgermeister, alle schön uniformirt, vor dem Thore 
aufgestellt. Nicht minder glänzend war das Gefolge, mit welchem 
der junge Herzog heranzog. Nach der Bewillkommnung und 
Beglückwünschung durch den Landeshauptmann, den obersten 
Landrichter und den Bürgermeister geschah der Einzug durch 
das Jakterthor unter dem Geläut aller Glocken. Von da begab 
sich der Zug in die Kirche, darnach zur angewiesenen Wohnung, 
die in einem Privathause hergerichtet war, da das Schloß durch 
die Kriegsschädcn unbewohnbar geworden. Abends fand ein 
großes Banquct auf Kosten der Gemeinde statt'). Am nächsten 
Tage geschah in der Kirche die feierliche Huldigung der Stände 
und der Stadt, nachdem der Herzog die politischen Privi 
legien beider bereitwilligst bestätigt hatte. Verschiedene Fest 
lichkeiten von Spielen, Mahlzeiten, Trinkgelagen und Jagden 
schlossen sich für die nächsten Tage daran. Unter größter Zu 
friedenheit verließ Karl Eusebius die Stadt Troppau am 
15. August und begab sich nach Jügcrndorf, wo gleichfalls die 
Huldigung nach geschehener Bestätigung der Privilegien stattfand. 
Die Stadt Troppau hoffte von der erneuten bürgerlichen 
Freiheit auch erneuten Aufschwung, allein der Krieg ließ ihr 
keine Ruhe. Die Pest und Aufruhr der Soldaten in ihrem 
Inneren trafen sie alsbald. Dann bemächtigte sich der schwedische 
General Banner 1636 der Stadt, wurde aber im folgenden Jahre 
wieder daraus vertrieben. Die Stadt blieb in kaiserlichen Händen 
bis 1642, als sie wieder dem General Torstenson sich ergeben 
mußte. Alsbald aufs Neue befreit, wurde sie 1646 noch einmal 
') Ausführliche Beschreibung des Einzuges und der Festlichkeiten bei 
Ens, II. 119 ff. 
Faite, Liechtenstein. II. Bd. 
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