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Karl Eusebius wurde am 11. April 1611 geboren, war 
also bei dem Tode seines Bnters des Fürsten Karl (1627) 
noch minorenn. Obwohl er vom Kaiser für majorenn erklärt 
wurde ‘), kam doch der ganze Besitzstand, die sämmtlichen Für- 
stenthümer und Herrschaften, noch für einige Jahre unter die 
Verwaltung seines Oheims lind Vormundes des Fürsten Maxi 
milian. Denn Karl Eusebius selbst wollte noch erst die Welt 
sehen und begab sich im Jahre 1630 zusammen mit seinem 
Vetter Hartmann, Gundackers Sohn, auf die große Länderreise, 
die damals einem jungen Cavalier zu seiner Ausbildung noth 
wendig war, und erst als er von derselben zurückgekehrt war, 
1632, übernahm er die Regierung in eigene Hände. Bis dahin 
war auch die Lehenshuldigung durch den Kaiser von Jahr zu 
Jahr aufgeschoben worden. 
Was in der Zeit seiner Abwesenheit mit den Herzogthümern 
Troppau und Jägerndorf geschehen, ist bereits in den Mitthei- 
lungen über den Fürsten Maximilian erzählt worden. Als Karl 
Eusebius die Regierung antrat, war die gewaltsame Katholi- 
sirung des Landes bereits so ziemlich durchgeführt, was noch 
fehlte, übernahm er seinerseits zu thun. Er versprach, alle katho 
lischen Unterthanen als seine Kinder in allen ihren Rechten, 
Vorrechten und Freiheiten zu schützen, die Protestanten hingegen 
erklärte er jedes bürgerlichen Rechtes verlustig, gestattete ihnen 
aber, mit ihrem Vermögen auszuwaijhern, was auch vielfach 
geschah 2). 
Die Zeiten hatten sich so geändert, daß die Huldigung 
seitens aller Stünde bei ihm auf keinen Widerstand mehr stieß. 
gegeben habe. (M. E. v. Häckclberg, Fata Liechtensteiniana 1725. 
Manuscr. auf der Liechtensteinischen Bibliothek.) Das Bild, das wahr 
scheinlich das Werk eines anderen Künstlers war und später umgetauft 
worden, ist nicht mehr in der Gallcric, es sei denn der h. Hieronymus, 
der jetzt Guido Reni zugeschrieben ist. 
>) Liechtenst. Archiv X. 90. 
2 ) Ens, Oppaland I. 183. Weiteres bei Biermann a. a. O. 549 ff.
        

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