235 
Es war das die Höhezeit der kaiserlichen Macht während des 
dreißigjährigen Krieges. Karl selbst war nicht einmal die ganze 
Zeit Herr dieser Städte, denn sie fielen in die Hände dänischer 
Schaaren, welche als Hülfsvölker mit Mansfeld gekommen waren, 
und wurden erst nach dem Tode dcö Fürsten durch Wallenstein 
von ihnen befreit, im Juli 1627. Das Nähere dieser Begeben 
heiten bleibe der Landesgeschichte überlassen '). 
Das Jahr 1622 brachte aber nicht allein durch kaiserliche 
Schenkung eine Vergrößerung des Besitzes, Fürst Karl befand 
sich auch noch in der Lage zu Ankäufen ungeachtet des schweren 
Mißgeschickes, welches der Krieg über einen großen Theil seiner 
Besitzungen gebracht hatte. In Prag kaufte er ein großes Haus 
auf der Kleinseite, welches dem Grafen Wilhelm Kinskh gehört 
hatte * 2 * 4 ). Im Juli desselben Jahres kaufte er von Zdieslaw 
Herzan von Hanasau die Herrschaften Landskron und Lands 
berg :i ). Von den Vormündern der Kinder Adams von Weznik 
(oder Wrznik) und deren Mutter Frau Magdalena kaufte er 
die Besitzung Tarnowka oder Tyrnau mit dem Markte Tar- 
nowka und dem alten Schlosse Limburg um 60.000 Gulden. 
Diese Herrschaft, in der Nähe von Mährisch Trübau gelegen, 
wurde mit der Verwaltung derselben vereinigt^). 
Weit bedeutender als alles dieses war aber der Kauf der 
großen in der Nähe Prags gelegenen Smirzizky'schen Herr 
schaften, nämlich Schwarzkosteletz, Aurzinowes und Skworetz, 
welche einen zusammenhängenden Complex bildeten. Diese Be 
sitzungen waren auch interessant durch ihre Geschichte, ins 
besondere durch die Schicksale der letzten Besitzer. Auf den Fel 
dern von Kosteletz war es gewesen, bei Lipan, wo 1434 unter 
Meinhard von Neuhaus die letzte Vernichtnngsschlacht gegen die 
') Bergt. Ens, Oppaland an verschiedenen Stellen; Bier mann, 
Gesch. v. Troppau und Jägerndorf 524. 
2 ) Liechtenst. Archiv H. Z. 16, Regest. S. Fol. 220. 
3) H. 8. 2 (Fol. 209). 
4 ) H. tt 5 (Fol. 192), Wolny, VI. 782.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.