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Mährens auf dasselbe, das Recht des Kaisers, den Fürsten 
Liechtenstein damit zu belehnen, wer Richter sei in diesem Streite 
und wie derselbe zu entscheiden, wurde dem Kaiser im September 
1616 übergeben •). Wiederum gab Matthias auch hierauf keine 
bestimmte Entscheidung, sondern verlegte die Tagsatzung wegen 
der allgemeinen ungünstigen und drohenden Verhältnisse auf 
spätere Zeiten. 
Die Sache stand völlig unentschieden, als die böhmische 
Rebellion ausbrach und den Dingen in diesen Landen eine ganz 
andere Wendung gab. Die Troppauer Angelegenheit, deren Ver 
wicklung und Schwierigkeit in ihren Ursachen durch den Gang 
der Geschichte, durch die von den Begebenheiten herbeigeführte 
Verschiebung thatsächlicher Verhältnisse verursacht war, konnte 
nicht durch einen Rechtssprnch, sondern nur durch neue Ereig 
nisse, durch den Lauf der Dinge entschieden werden. Die Nieder 
werfung der böhmischen Rebellion und der ständischen Herrlich 
keit durch die Schlacht am weißen Berge entschied natürlich auch 
gegen die Troppauer Stände. Sie löste die Frage zu Gunsten 
des Fürsten Karl von Liechtenstein und der Schlesier. Karl und 
das Haus Liechtenstein blieben unbestritten im Besitz von Tropp.au 
und dieses wurde mit Schlesien verbunden; beides wurde im 
Jahre 1622 auch von den Troppauer Ständen ausdrücklich 
anerkannt. 
6. Vierte Periode. Fürst Kart in Söhmen während des Änfftandes. 
Seit dem Tode des Kaisers Rudolf erscheint Fürst Karl 
fast gänzlich unbetheiligt an allen politischen Angelegenheiten bis 
zum Ausbruche des großen Kampfes, der sich schon längst vor 
bereitete. Was ihn zur Ruhe bewog, war gewiß nicht allein die 
Sorge für seine Güter und seine eigenen Angelegenheiten, mochte 
auch Troppau viel Schwierigkeiten bieten. Das Hauptmotiv ist 
>) Sie ist bei Dudik, a. a. O. S. 177 abgedruckt und besprochen.
        

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