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freiheit wenigstens thatsächlich eintreten zu lassen. Man trennte 
sich in guter Stimmung und Eintracht. 
So hatte Karl nicht am wenigsten dazu beigetragen, daß 
Erzherzog Matthias, jetzt König von Ungarn, zum erstrebten 
Ziele gekommen war, und nicht am wenigsten hatte er sich um 
die Befriedigung und Beruhigung des Landes Mähren verdient 
gemacht. Nunmehr forderte er die Erfüllung alter Rechte und 
Versprechungen. Kaiser Rudolf hatte, wie oben dargestellt, schon 
im Jahre 1606 an Karl und seine Nachfolger in der Primo 
genitur des Hauses Liechtenstein den Titel „Hoch und Wohl 
geboren" verliehen. Karl begründete darauf deu Anspruch auf 
den Titel und den Stand eines Fürsten, allein damals während 
der Friedensverhandlungen mit den Ungarn fand Erzherzog 
Matthias die Sache nicht opportun und bewog Karl zum Auf 
schub. Es ist darüber ') ein eigenhändiger Brief des Erzherzogs 
vorhanden, worin derselbe ausspricht, daß dieser Aufschub ohne 
Präjudiz und Nachtheil für die Zukunft sein solle. Der Brief 
ist ohne Datum, muß aber zu jener Zeit der Verhandlungen 
in Wien im Jahr 1606 geschrieben worden sein. Nunmehr, da 
Karl den Verdiensten um das Land und das Haus Oesterreich 
die persönlichen Verdienste um den Erzherzog Matthias hinzu 
gefügt hatte, erhob derselbe keinen Widerspruch. Am 21. August 
wurde der niederösterreichischen Regierung intimirt, daß Seine 
römisch kaiserliche Majestät anzuordnen geruht haben, daß Ihrem 
geheimen Rathe und obersten Hofmeister Herrn Karl von Liech 
tenstein von Ihrer Regierung und anderen hohen und niederen 
Gerichten und Kanzleien hinfüro der Titel: Hoch- und Wohl- 
geborner Fürst zu den anderen Prädicaten in allen Schriften, 
Titeln und Handlungen gegeben werden solle * 2 ). Die Anordnung 
der kaiserl. Majestät, aus welche sich dieser Erlaß bezieht, ist 
eben die Verleihung des Titels von „Hoch- und Wohlgeboren" 
>) Lichtenstein. Archiv X. 58. 
2 ) Archiv des Finanzminist.
        

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