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hinterließ aus seiner zweiten Ehe mit Anna von Krajek nur 
zwei Töchter, Anna Maria und Katharina, welche sich mit den 
beiden Liechtensteinischen Brüdern Karl und Maximilian ver 
mählten. Die Vermählung Maximilians fand im Jahre 1597 
statt; aus diesem Jahre ist die Heirathsabrede, welche im Liech 
tensteinischen Archiv erhalten ist. Diejenige Karls findet sich nicht 
mehr vor, noch giebt sonst ein Document einen sicheren Beweis, 
wann die Vermählung stattgefunden hat. Karls erstes Kind 
Anna Maria wurde am 7. December 1597 geboren, und man 
möchte daraus schließen, daß seine Vermählung im Anfang des 
selben Jahres nicht lange vor dem Tode des Schwiegervaters, 
vielleicht gleichzeitig mit der seines Bruders stattgefunden habe. 
Allein cs giebt Andeutungen, welche mindestens seine Bewerbung 
in eine frühere Zeit versetzen. Schon vom Jahre 1592 (Wien, 
den 15. Juli) findet sich ein eigenhändiges Schreiben des Erz 
herzogs Matthias >) an Johann von Boscovitz, welches so lautet: 
„Lieber von Schembera. Nachdem mein Kämmerer Karl von Liech 
tenstein ein erlichs anbringen und Begern an euch zu thun, so bitt 
ich denselben aucE» von meinetwegen wol bevolhen zu haben und 
in so einer christlichen fach im mit wilfäriger Antwort entgegen 
gehen, das will ich gegen euch Hinwider mit allem gueten er 
kennen. Mathias". Auf diesem Brief steht von Karls eigener 
Hand: „P. Meiner Heirat. Erz: Mathias". 
Nicht unmöglich mag die Heirath schon zu dieser Zeit oder 
nicht lange darnach stattgefunden haben. Als der alte Schem 
bera im Anfange 1596 (Montag vor Lichtmeß) sein Testament 
machte, setzte er darin Karl von Liechtenstein als den Haupt- 
vollstrecker ein, ohne allerdings ihn als seinen Schwiegersohn zu 
bezeichnen, noch seiner Töchter zu gedenken. Dieses Testament 
bezieht sich nicht auf die Güter, sondern auf die Legate für seine 
Beamten und seine Dienerschaft. Er versieht sich am Schluß zu 
Herrn Karl von Liechtenstein, daß er alle Bedingungen pünktlich 
9 Licchtcnst. Archiv in Butschovitz.
        

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