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Schon von der Zeit an, daß Karl selbstständig wurde und 
zu seinem Erbe gelangte, zeigte er sich in Bezug auf seine Güter 
als den ausgezeichneten Verwalter und klugen Erwerber und 
Vermehrer, als welcher er erst den eigentlichen Grund zum 
Reichthum seines Hauses legte. Nur so war cs ihm möglich, 
von früh an für die Bedürfnisse des Kaisers und des Landes 
stets höchst bedeutende Summen zur Verfügung zu haben, wie 
später noch im Einzelnen gezeigt wird. Aber er war vor allem 
bedacht Sorge zu tragen, daß das Interesse des ganzen Hauses 
Liechtenstein nicht ferner die Gefahr laufe, durch fortwährende 
Theilungen wie im sechszehnten Jahrhundert oder wie wenige 
Jahrzehnte vorher durch Christophs Entfremdung und Veräuße 
rung der Familiengütcr zu Grunde gerichtet zu werden. 
Karl war daher in aller Weise bemüht, die gemeinsamen 
-Familienangelegenheiten zu ordnen und festzustellen, insbesondere 
durch eine neue Erb- und Familieneinigung auf einer anderen 
und sicherern Basis, als jene von 1504 gewesen war. Im Jahre 
1598 (23. Juli zu Feldsberg) hatten die drei Brüder eine neue 
Schätzung der gesammten Familiengüter vorgenommen und dar 
nach den Antheil eines jeden festgestellt '). Karl erhielt die 
Herrschaften Feldsberg und Herrenbaumgarten, deren Einkünfte 
ans 98.163 Gulden festgesetzt waren, Maximilian erhielt Ravens 
burg und Hohenan mit 98.195 Gulden und Gundacker Wilfers- 
dorf und Ringelsdorf mit 97.688 Gulden; die Herrschaft Eis- 
grnb blieb unvertheilt der Mutter bis zu ihrem Tode, ebenso 
die beiden Häuser in Wien und einiges Andere. Auch wurden 
mehrfach Vereinbarungen über die Abtragung der Schulden ge 
troffen. So waren allerdings, wie cs nach dem bisherigen 
Familienbrauch nicht anders sein konnte, die Güter dreifach 
getheilt. Karl lag aber daran, die einzelnen Glieder und Zweige 
der Familie als ein Ganzes zu verbinden und auf ewige Zeiten 
zu verhüten, daß jemals etwas von diesem Familienbesitze in 
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