Kaiser Rudolf die Belehnung mit den Familicngütern '). Vorher, 
im Jahre 1593, war er Kriegshauptmann des Hradischer Kreises 
gewesen und 1595 wurde er bereits zum Beisitzer des Landrechts 
erwählt und in das Landrecht eingeführt. Das Landrecht, die 
oberste Verwaltungsbehörde, erwählte seine Mitglieder selbst. Es 
war damals die protestantische Partei fast einzig herrschend, und 
Karl von Liechtenstein und mit ihm ein Herr von Rupa wurden 
erwählt als Glieder der Brüderunität. Die gleichzeitig vom 
Kaiser vorgeschlagenen katholischen Mitglieder wurden zurück 
gewiesen * 2 ). Aber bald darnach, besonders nach dem Tode des 
damaligen Landeshauptmanns Friedrich von Zierotin, begann 
auch im Adel und im Landrecht die katholische Partei sich 
mächtiger zu regen, nachdem sie im Lande, vor allem durch die 
Bemühungen des Bischofs Stanislaus von Olmütz schon be 
deutend Boden gewonnen hatte. Bekanntlich war es dann der 
Cardinal Franz von Dietrichstein, nachdem er am 26. Alai 1599 
zum Bischof von Olmütz erwählt war, welcher die katholische 
Gegenbewegung leitete und in Mähren zum Siege führte. Eine 
Folge seiner Bemühungen und seiner Freundschaft war es auch 
wohl vor allem, daß Karl von Liechtenstein noch in demselben 
Jahre zum Katholicismus übertrat, welchem Beispiel seine Brüder 
folgten. Vom 7. September 1599 datirt das Dankschreiben, 
welches ihm Papst Clemens VII. durch den Cardinal von Diet 
richstein dafür zusandte. Karl trat nicht bloß äußerlich zum 
katholischen Glauben zurück, sondern er war in aller Weise be 
müht, denselben wieder ans seinen Herrschaften und Besitzungen 
zum alleingültigen zu machen. Eine Reihe Briefe, sowohl von 
Papst Clemens VII. wie von Paul V. erkennen das, sowie 
auch seine sonstige Wirksamkeit ans den Landtagen und in der 
Politik dankbar an 3 ). Sic reichen bis zum Jahre 1608. 
') Liechtenst. Archiv A. 59. 
2 ) Chlumetzky, S. 189. 
3 ) Liechtenst. Archiv Aa. 111.
        

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