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erhalten, so solle dasselbe Christoph von Liechtenstein aus seiner 
ausständigen zipserischen Kriegsbesoldung abgezogen werden '). 
Nach diesem begab sich Christoph nach Polen und ging 
dort eine zweite Ehe ein. Nach den gewöhnlichen Nachrichten 
war er mit Katharina von Boscovitz verheirathet gewesen. Eine 
alte Stammtafel nennt sie aber Katharina von Guttenstein, 
und dieses ist vielleicht richtiger, da seine Mutter eine Katha 
rina von Boscovitz war, und somit wohl eine Namensver- 
wechslung vorliegt. Diese seine erste Gemahlin starb schon früh 
und kinderlos. Es muß um das Jahr 1576 oder 1577 gewesen 
sein, als Christoph sich nach Polen begab. Was sich inzwischen 
mit ihm ereignet hat, ist nicht bekannt, wie denn alle bisher 
bekannten Nachrichten über diese Zeit bis an seinen Tod im 
Jahre 1585 schweigen. Auch im fürstlichen Archiv findet sich 
gegenwärtig nichts; doch haben Walberg noch urkundliche 
Zeugnisse vorgelegen, ans denen er Folgendes mittheilt. In 
Warschau kam Christoph an den Hof und wurde dort mit einem 
polnischen Fräulein, Anna von Gorska^), der Tochter eines Edel 
mannes, Nicolaus von Gorsky, die sich bei der Castellanin von 
Rakel aufhielt, bekannt. Diese hcirathete er mit Wissen und 
Willen ihrer Aeltern und in Gegenwart zahlreicher polnischer 
Edelleute. Eine Zeit lang ließ er sie nach ihrer Verheirathung 
bei ihren Aeltern, brachte sie dann aber nach Neustadt in 
Mähren. Hier in Neustadt wurden ihm zwei Söhne geboren, 
Christoph und Johannes. Letzterer starb schon als Kind, der 
erstere aber überlebte ihn. Christoph, der Vater, von dem wir 
nach diesem weiter nichts hören, starb im Jahre 1585. Chri 
stoph, der Sohn, besaß einen Freihof in der Vorstadt von 
Straßnitz. Wahrscheinlich ist es dieser Christoph von Liechten 
stein, der mit in die mährische Rebellion verwickelt wurde und 
1) Archiv des Finanzminist. ; vcrgl. Notizcnblatt der Akad. der 
Wissensch. 1859, 310. 312. 
2) Zwei darauf sich beziehende Urkunden befanden sich früher im 
Archiv; s. Rep. E. 53.
        

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