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Johann und Wolf Christoph bei der Regierung darum ein, daß 
man ihnen den Salniter um den alten Preis von 10 fl. ab 
nehmen möge oder ihnen gestatten solle, denselben nach Prag 
zoll- und mauthsrei abzuführen'). Es ist nicht bekannt, ob diesem 
Gesuche willfahrt wurde. Nach dem Tode seines Bruders Johann 
1552 hätte ihm als dem Aeltesten das Recht der Belehnung mit 
den Lehen des Hauses gebührt, er aber übertrug dasselbe in 
diesem Jahre auf seinen Vetter Georg Hartmann * 2 ), das Haupt der 
dritten oder vielmehr jüngeren Linie, da die erste männlicherseits 
bereits ausgestorben war. Es ist nicht nachzuweisen, welche Gründe 
ihn dazu bewogen haben; wahrscheinlich lag die Ursache mit in 
einer schwierigen Lage seiner Vermögensverhältnisse, denn, wie 
schon oben berichtet, hatte er mit seinem Bruder Johann Eigen 
thum des Hauses und seiner Linie zu versetzen oder zu verkaufen 
gehabt. Auch die bereits erwähnte Theilung von Nikolsburg 
scheint darauf hinzuweisen. Jin nächsten Jahre 1553 verkaufte 
er ferner an seinen Vetter Georg Hartmann den halben Antheil 
der bedeutenden Herrschaft Steiereck, der ihm aus der Theilung 
der Güter Georgs zugefallen war 3 ), und dazu versetzte er in 
demselben Jahre den Getreidezehnt zu Mistelbach und Reinthal 4 ). 
Indessen entriß ihn bald der Tod diesen Verhältnissen, die, wie 
es scheint, für den Familienbesitz nicht ohne Gefahr waren. 
Wolf Christoph starb eines plötzlichen Todes in Folge eines 
Sturzes mit dem Pferde bei einem Rennen in der Nähe von 
Dürnholz. Man brachte ihn sterbend nach Pausram, wo er 
noch in derselben Nacht am 23. Juli 1553 seinen Geist auf 
gab 5 ). Wolf Christoph hinterließ keine Kinder. Er war mit 
Katharina von Lamberg verheirathet gewesen, die sich nach dem 
Tode ihres Gemahls wieder mit einem Herrn von Poldritz vermählte. 
') Archiv des Finanzminist. 
2) R. 19. 
3) I. 153. 
4 ) Walberg's Genealogia. 
5 ) Ebendaselbst.
        

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