493 
Mauthen und Zölle, sollten sie aufheben; diejenigen von ihnen, 
welche der Kirchenbann getroffen, sollten wieder losgesprochen 
werden. Das bezog sich auch auf Heinrich von Liechtenstein. Die 
beiderseitigen Gefangenen sollten los und ledig sein. In dieser 
Beziehung erhielt noch später Heinrich eine Mahnung des Kaisers 
vom 8. Februar 1478, einen gefangenen Anhänger des Kaisers 
Burkard Kienberger loszugeben '). Die Gnadenbriefe wurden 
nicht ohne Weiteres ausgestellt. Am 14. April schreibt der Kaiser 
an seinen Feldhauptmann, den Grafen Hugo von Werdenberg, 
daß er bereit sei für Heinrich von Liechtenstein und die anderen 
Landherren Briefe auszustellen, daß diese aber vorher die ihrigen 
schreiben müßten 2). Ob sie ausgestellt, wissen wir nicht, doch 
muß zwischen dem Kaiser und Heinrich von Liechtenstein ein 
besseres Verhältniß hergestellt sein, denn am 25. Mai 1478 
richtet der erstere selbst ein Schreiben an Heinrich, worin er ihn 
zur Entschädigung des Maulers zu Stein auffordert, dem sein 
Diener vor der Absage eine nicht unbedeutende Summe ge 
nommen hatte, „daran tust du uns zusambt der pillikait gut 
gevallen" 3 ). 
In dem bald wieder ausbrechenden Streite zwischen dem Kaiser 
und dem König von Ungarn scheint auch Heinrich mehr eine vermit 
telnde Stellung eingenommen zu haben. Aus den österreichischen Land 
tagen (1478 und 1479) war man bemüht, geordnete Verhältnisse 
wieder herzustellen, aber der Kaiser konnte die Friedensbedingungen 
nicht erfüllen, namentlich die dem ungarischen Könige versprochene 
Geldsuinme nicht zur rechten Zeit ausbringen, und dieser zog seine 
Truppen nicht aus den Städten und Schlössern zurück. Bei den 
darüber geführten Verhandlungen ging Heinrich von Liechtenstein 
als Abgesandter der österreichischen Stände zum König von Ungarn 
und wußte auch denselben zu milderen Bedingungen in Bezug auf 
die Zahlung der fraglichen Summe von hunderttausend Gulden 
*) Notizbl. 1852. 368. Nr. 501. 
2 ) Monum. Habsb. a. a. O. 545. 547. 
°) A. a. O. 576.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.