491 
dem Beispiele am 6. Mai. In diesem Absagebrief wiederholt 
Heinrich seine Beschwerden; der Kaiser habe den König von 
Ungarn gebeten, sie, Heinrich, seinen Bruder und seine Freunde, 
der Sicherheit ihrer Person, der Gerechtigkeit und Freiheit für 
sie und das Land und der besonderen kaiserlichen Gnade zu ver 
sichern, und habe dasselbe mit kaiserlichem Briefe und Siegel be 
kräftigt; es sei auch der päpstliche Legat, Bischof von Ferrara, 
dafür Bürge geworden und ebenfalls die Versicherung durch den 
Grafen .von Maidburg geschehen: es sei aber nichts von allen 
Zusagen gehalten worden, obwohl auch der König von Ungarn 
sie in den Frieden zu Breslau aufgenommen habe; die kaiserliche 
Majestät habe statt dessen zur Gewalt gegriffen, habe Veit von 
Eberstorf vertrieben, ihm und seinem Bruder ihr Erbschloß 
Wechsenberg abgesprochen, und ihn und seine Freunde sonst wider 
Gott und Recht vergewaltigt. Darum habe sein Herr der König 
von Ungarn mit ihm geschafft, daß er der kaiserlichen Majestät 
Feind werde, ihm, seinen Landen und Leuten, jedoch gänzlich aus 
genommen das heilige römische Reich, dem er sich willig beuge; 
Gott wisse, daß es ihm treulich leid sei, sich zu solchem Schritt 
von der kaiserlichen Majestät gedrungen zu sehen l ). Der Absagebrief 
Christophs lautete ebenso. Der Absagebrief der Diener, die sich auf 
Georg von Liechtenstein als Theilnehmer au der Sache seiner 
Brüder berufen, ist zu Attensheim (Ottenshcim) ausgestellt unter 
dem Siegel Sigmund Siegers, Hauptmanns zu Wechsenberg 
(auch Wachsenburg genannt)^). Der Brief trägt fünfundzwanzig 
Unterschriften. 
Der Krieg scheint nun mit großer Heftigkeit gewüthet zu 
haben. Die Liechtensteiner führten ihn namentlich von ihren 
Schlössern Steiereck und Ottensheim aus gegen die benachbarten 
Anhänger des Kaisers, die Herren von Stahremberg, Christoph 
von Zelking, Bernhard von Scharffenberg und andere 3 ). Letzterer * 2 3 
>) Chmel, Mat. II. 338; Lichuowsky VII. Regg. 2044, 2047. 
2 ) Mon. Habsb. n. n. O. 280. 
3 ) Preunhuber, Annales 423.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.