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jährlich ein gleiches auf den Schlössern Neuhaus, Teltsch und 
Rosenberg, jeden grünen Donnerstag. Dieses Mahl, bei welchem 
sich oft zehntausend Hungrige einfanden, führte von seinem Haupt 
gericht, einer böhmischen Nationalspeise, den Namen der „süßen 
Kasche", wurde aber später in Geld verwandelt und die Zinsen 
zur Heilung kranker Unterthanen verwendet. Bertha starb 1476 
und wurde bei den Schotten in Wien begraben. Bald nach ihrem 
Tode verbreitete sich die Sage, die als Wohlthäterin von ihren 
Unterthanen beweinte „weiße Frau" erscheine vor jedem wichtigen 
Ereignisse ihres Stammes auf den Schlössern Krumau, Wittingau, 
Frauenberg, Bechin, Schwamberg und Teltsch '). 
Nachdem Heinrich, Ende 1463, seinen Frieden mit dem 
Kaiser Friedrich gemacht hatte, tritt er für ein paar Jahre von 
den politischen Begebenheiten zurück. Erst im Anfang des Jahres 
1467 wird sein Name wieder in öffentlichen Dingen genannt, 
diesmal ans Seiten des Kaisers gegen die Unruhestifter und Land 
friedensbrecher, die es noch immer in Oesterreich gab, besonders 
Wilhelm von Buchheim und Georg vom Stain. Jener saß auf 
Rauhenstein, dieser auf Schloß Steier, das er in Pfand hatte. 
Der Kaiser bot Truppen gegen sie auf und schreibt seinen Haupt- 
leuten Hans von Stahremberg, Christoph von Zelking und 
Pilgrim Walh, daß auch Heinrich von Liechtenstein ihm Hülfe 
versprochen habe und mit allen seinen Dienern und den Urbar- 
lenten, die zu dem ihm verpfändeten Schloß Wechsenberg gehören, 
den nächsten Montag zu ihnen nach Freistadt kommen werde. 
(24. Januar 1467 Linz) 2 ). Der Kriegszug lief ziemlich erfolglos 
ab, und der Kaiser mußte sich mit seinen Gegnern vergleichen. 
Das erwähnte Schloß hatte Heinrich vom Kaiser für 7232 un 
garische Goldgulden in Pfandschaft genommen. Auf Befehl und 
im Auftrag des Kaisers nahm er auch die Burg Schemberg aus, 
wo die Räuber und Unruhestifter sich festgesetzt hatten, um von i) 
i) Horma yr a. a. O. 
-) Ch met, Regg. K. Friedr. IV. 4876. 4877.
        

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