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Bezahlung einer Summe von 24.000 (?) Gulden zu betreiben, 
welche dieser vom verstorbenen Christoph von Liechtenstein geliehen 
hatte 0- Im Jahre 1450 erscheinen alle vier Brüder urkundlich 
zusammen. Herr Asch von Schönberg übergab ihnen den halben 
Theil aller der Güter, die von Otto von Meißau auf ihn ge 
fallen, unter der Bedingung, daß sie ihn mit sechs Dienern und 
Pferden, wenn er in ihre Häuser einleiten wolle, unterhalten 
sollten 2). In demselben Jahre erhielt Johann vom Kaiser die 
Belehnung mit der schon erwähnten Feste Beckstall * 2 3 ). Es folgt 
nun 1451 der Erbvertrag, den wir schon besprochen haben. 
Früher schon und gleichzeitig erscheint Johann, alsbald mit 
ihm Heinrich (und auch, wie wir schon gesehen haben, sein Vet 
ter Wilhelm) in die öffentlichen Angelegenheiten mit hineingezogen, 
die damals eine so äußerst verwickelte und verwirrte Gestalt an 
nahmen, daß es nicht bloß schwer ist, den Faden herauszufinden 
und zu verfolgen, sondern auch fast gewagt erscheint, der einen 
oder andern der vielen sich bekämpfenden und mit einander strei 
tenden Parteien das Recht zusprechen, diese Person rechtfertigen, 
jene verurtheilen zu wollen. Man kann darum nicht viel anderes 
thun, als die Thatsachen objektiv darzulegen und die Motive 
und Ursachen unparteiisch zu ergründen. Die drei Lande Böh 
men, Ungarn und Oesterreich hatten damals einen gemeinsamen 
Herren in dem Knaben Ladislaus, der in der Vormundschaft des 
römischen Königs und Kaisers Friedrich stand und bei ihm erzo 
gen wurde. Die Vormundschaft Friedrichs schloß aber nicht die 
Regierung ein; jedes der Länder wollte selbstständig sein, sich 
selber regieren und jedes derselben verlangte seinen jungen Her 
ren bei sich, um, erzogen unter Mitwirkung des heimischen Gu 
bernators oder einer ständischen Vormundschaft, einen willkom 
menen Spiclball der inneren Parteien abzugeben. Ladislaus sollte 
in Wien, Prag und Ofen zugleich sein, und König Friedrich, 
') Wurmbrand 7. 
2) Liecht. Archiv R. 22. 
3) B. 45.
        

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