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fällt dabei der Hauptsitz Stadt und Schloß Nikolsburg mit 
allen zugehörigen Ortschaften, Höfen u. s. w., die wie bei den 
übrigen Herrschaften in der Urkunde aufgezählt sind. Ferner er 
hielt Wilhelm die Stadt Bocherlitz, die erst sein Vater Christoph 
erworben hatte, sodann Kostet, die Herrschaften Lundenburg, 
Herrenbaumgarten, Wilfersdors, Gänserndorf und eines der 
Häuser in Wien. Auf Johann und Heinrich und ihre Brüder 
fielen dagegen zunächst Stadt und Schloß Feldsberg, sodann 
das aus der Capellenschen Erbschaft erworbene Steiereck, ferner 
Mistelbach, Hakenberg, Ravensburg, Renkenstein, Dürrnholz 
u. s. w., mit allem, was zu diesen Herrschaften und Schlössern 
gehörte. Nachträglich wurde noch im Jahre 1456 ein Streit aus 
geglichen, der sich über das Schloß Baumgartenberg, sowie über 
die Vertheilung und Vergebung der Lehen erhoben hatte. Es 
wurde ausgemacht, daß diejenigen, die im Lande ob der Enns 
zu verleihen waren, den vier Brüdern zustehen sollten, diejenigen 
unter der Enns aber Wilhelm'). 
Im Uebrigen scheint sich Wilhelm nicht von seinen Vettern 
getrennt zu haben. In den Jahren 1451 und 1452 stand er 
mit ihnen in der Versammlung des österreichischen Adels zu 
Martberg, Wulderstors und Wien und nahm an den Beschlüssen 
für Ladislaus gegen Kaiser Friedrich Theil. Wir werden darauf 
zurückkommen. Bald darauf scheint Wilhelm ganz in die Dienste 
des Königs Ladislaus als sein Rath getreten zu sein. Am 19. De 
cember 1454 befahl dieser dem Verwalter des Schlosses Neyrn 
Nabuchodonosor Nankenreuter dasselbe an Wilhelm von Liechten 
stein zu übergeben?). Am 2. September 1456 stellte er einen 
Schadlosbrief für Wilhelm aus, der mit hundert Wehrhaften 
zu Roß und hundert zu Fuß wider die Türken ziehen werde, 
sodaß für jeden Reiter wöchentlich ein ungarischer Gulden und 
für jeden Fußgänger ein halb Pfund schwarzer Pfennige zu zah- 
') Liecht. Archiv L. * 19. 
2 ) Lichnowsky VIII. Regg. 1934 b.
        

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