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dessen Vetter Heinrich übertrug. Sie beruft sich dabei ausdrück 
lich auf den Urtheilsspruch von Otto von Meißau und Kaspar 
von Stahremberg, so daß es also Reinprecht war, der sich den 
Bestimmungen des Spruches nicht fügen wollte. 
Ein anderer Streit um die Erbschaft erhob sich mit Mar 
garetha, Albrechts von Buchheim Gemahlin und Tochter des 
damals bereits verstorbenen Kadolt von Eckartsau; ihre Mutter 
war wahrscheinlich eine Capellen und Schwester des letzten Eber 
hard. Auch in diesem Streit überließen beide Theile die Ent 
scheidung an Otto von Meißau und Kaspar von Stahremberg ') ; 
den Ausspruch selbst haben wir aber nicht, wenn er gefällt wor 
den ist. Ein vorläufiger Ausgleich muß aber stattgefunden haben, 
denn am 15. December 1411 belehnte Herzog Albrecht die beiden 
Schwestern Wilburg von Dachsberg und Dorothea von Liechten 
stein, Eberhards von Capellen Töchter, mit allen Lehen, die an 
Margaretha von Buchheim, weiland Kadolts von Eckartsau 
Tochter, von dem obgenannten von Capellen als Erbe gefallen 
waren und die sie den obgenannten (nämlich den beiden Töchtern 
Eberhards) abgetreten hatte 1 2 ). Erst vom Jahre 1415 datirt die 
wirkliche Entscheidung 3 ), die ebenfalls wieder Otto von Meißau 
fällte, mit ihm aber nicht Kaspar von Stahremberg, sondern 
Hartneid von Pottendorf und Leopold von Eckartsau. Als Strei 
tende erscheinen einerseits Heinrich und Hartneid von Liechtenstein, 
andrerseits Kadolt von Eckartsau für seine Schwester Margaretha. 
Alle Stöße, Zusprüche, Forderungen und Mißhelligkeiten, wie 
sich die zwischen ihnen verlaufen, sollten abgethan sein, desgleichen 
sollten alle Nutz und Zinsen, wie sie beiderseits dieselben bis auf 
den heutigen Tag eingenommen, nicht inehr in Frage kommen; die 
Herren von Liechtenstein aber sollten an Margaretha und ihre 
Erben 500 Pfund Wiener Pfennige anszahlen und alle Briefe 
ausliefern, die Kadolt von Eckartsau und seiner Schwester ge- 
1) Liecht. Archiv F. 19. 
2) Lichnowsky V. Regg. 1252. 
3 ) Liecht. Archiv F. 31.
        

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