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sollen sie alles zurückgeben und die Kirche auf ihre eigenen Kosten 
wieder weihen. — Diese Kirche hatte den Liechtensteinern zum 
Aufenthalt für ihre Gefangenen gedient und war wahrscheinlich 
arg mitgenommen worden, und ebenso war der Pfarrer zu 
Schaden gekommen. Eine Urkunde des liechtensteinischen Archivs 
vom 28. April 1407 ') enthält das Vidimus eines Urtheils von 
Friedrich von Wallsee zwischen Johann, Heinrich und Hartneid 
von Liechtenstein einerseits und dem Pfarrer Stephan Pöll zu 
Falkenstein andrerseits, der Ansprüche aus Schadenersatz erhob. 
Wenigstens vollständig kann auch das erwähnte Schiedsgericht 
den eigentlichen Proceß mit dem stubenbergischen Ehepaar nicht zu 
Ende geführt haben, denn im nächsten Jahre 1408 riefen die 
liechtensteinischen Brüder den Herzog Leopold an, zwischen ihnen 
und Johann und Elisabeth von Stubenberg zu entscheiden 2). Es 
müssen aber dennoch die Bestimmungen des Schiedsgerichtes in 
Erfüllung gegangen sein, wie aus der folgenden Urkunde her 
vorgeht. 
Vom 21. October 1408 existirt nämlich ein Schadlosbrief 
Johanns von Stubenberg an seinen Vetter Friedrichs), welcher 
für ihn gegen die Brüder Johann und Heinrich von Liechtenstein 
und ihren Vetter Hartneid Bürge geworden war, um die Summe 
von 900 Pfund Wiener Pfennige, welche Johann von Stubenberg 
nach dem Tode seiner Hausfrau Elisabeth den genannten von 
Liechtenstein zu erlegen hat; und dann um 600 Pfund Pfennige, 
welche in dem Falle zu Wien dcponirt werden müssen, bis zur recht 
lichen Entscheidung, wem sie zufallen sollen. Jene neunhundert 
Pfund, welche Elisabethens Morgengabe bilden, waren nämlich in die 
siebzehnhundert Pfund des obigen Vertrages inbegriffen und sollten 
nach dem Tode der Elisabeth an das Hans Liechtenstein binnen 
Jahresfrist zurückgegeben werden; wenn mm Johann von Stuben 
berg einen Bürgen dafür stellt, so müssen sie ausbezahlt worden 
‘) F. 14. 
2 ) Lichnowsky V. Reg. 1032. 
3 ) Notizblatt, o. a. O. 294 Nr. 340.
        

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