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') Brandis 379. 
sich selbst an seinen Hof, wurde auf das beste empfangen und 
zum Reichsfürsten und geheimen Rathe des Königs ernannt, und 
ihm der königliche Schutz für sein Bisthum und alle seine Be 
sitzungen versprochen. Der König lobt in der ausgestellten Urkunde 
(Ofen 25. Juni 1412) des Bischofs Ergebenheit, die unerschütter 
liche Standhaftigkeit seines Geistes, seine umsichtige Klugheit, 
den Ernst und die Strenge seiner Sitten, seine Rechtschaffenheit 
und Ausdauer im Ungemach, wie er unaufhörlich seine Person 
so vielen Gefahren ausgesetzt und keine Mühen und Anstren 
gungen gescheut habe J ). 
Die Gunst des Königs Sigmund sollte dem Bischof Georg 
aber erst auf dem Concil zu Constanz von wirklichem Nutzen 
sein, weniger die des Papstes Johann, der sich vielmehr mit 
seinem Feinde Herzog Friedrich verbündete, aber selbst auf dem 
Concil seiner Würde entsagen mußte. Damit stieß natürlich auch 
die Cardinalswürde Georgs auf Widerspruch und wurde nicht 
anerkannt. Seine Sache aber fand bei dem Concil ein günstiges 
Ohr, als Herzog Friedrich unklugerweise dem Papst zur Flucht 
verhelfen hatte und dafür in des Reiches Acht gethan war (1415). 
Seine Klage, daß Herzog Friedrich mit Gewalt und durchaus 
eigenmächtig ohne Befehl des Kaisers oder des Papstes ihn aus 
seinem Bisthum und allem Zubehör, das er mit vollem gesetz 
lichen Recht besessen, gestoßen habe, daß derselbe alle Besitzthümer 
und Einkünfte des Bisthums seit neun Jahren inne habe und 
ihm vorenthalte, wurde für rechtlich begründet erkannt und König 
Sigmund vom Concil und den Fürsten angegangen, Georg in 
sein Bisthum mit allen Zngehörungen und Rechten wieder ein 
zusetzen. Der König erklärt ferner, daß Georg selbst ihn um 
Recht und Hülfe sowie um Wiedereinsetzung angegangen sei, und 
daß alle, Gelehrte und Ungelehrte, Weltliche und Geistliche, die 
er darüber vernommen habe, erklärten, ihm sei Unrecht und Ge 
walt geschehen, und so setzt er ihn denn (kraft Urkunde vom 
8. Juli 1415, Constanz) in sein Bisthum, in alle seine Würden,
        

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