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') Kurz, a. a. O. II. 148; 279. 280. 
weigert zu haben. Johann von Abensbcrg verspricht daher in 
einer zweiten Urkunde von demselben Datum, den Grafen Ulrich 
von Schaumberg bis zum ersten September zu bewegen, daß 
er ebenfalls seine Güter gleich seinem Vater von dem Herzog zu 
Lehen nehme. Könne er dieses Versprechen nicht erfüllen, so 
wolle er und seine Erben jene Schlösser dem Herzog offen halten 
und ihm damit zu Diensten sein. Verstehe sich aber Graf Ulrich 
zur Anerkennung des Lehensverhältnisses, so solle auch der Herzog 
demselben die alten mit dem Vater abgeschlossenen Verträge er 
neuern, und um das beiderseitige Verhältniß vollkommen zu ord 
nen, sollten wieder jene beiden, Johann von Abensberg und 
Johann von Liechtenstein, als Schiedsrichter dienen. Wahrschein 
lich wurde auch von beiden die ganze Angelegenheit, von der wir 
nichts weiter hören, in dieser Weise geordnet 1 ). 
Um diese Zeit, 1390, begann auch der Streit Herzog 
Albrechts mit den Rohrern, in welchem ebenfalls Johann von 
Liechtenstein als Schiedsrichter erscheint. Die Brüder von Rohr, 
die auf dem äußerst festen Schlosse Leonstein in der Nähe der 
böhmischen Gränze saßen, hatten sich verschiedene Ranbanfälle 
zu Schulden kommen lassen und insbesondere zwei Gesandte des 
Erzbischofs von Salzburg, die mit dem Geleit des Herzogs ver 
sehen waren, gefangen genommen. Herzog Albrecht gedachte diese 
Frevelthat zu strafen, legte sich mit Heeresmacht vor das Schloß 
Leonstein, eroberte es nach langwieriger Belagerung und zerstörte 
es. Aber die drei Brüder Wilhelm, Matthäus und Andreas 
von Rohr begannen nun erst recht den Krieg, machten das Land 
unsicher und fügten besonders dem Bischöfe von Freising, den 
Herren von Wallsce und Capellen, den Stadlern und Steinbäckcn 
großen Schaden zu. Zwei Jahre dauerten diese Fehden und Ver 
wüstungen; Herzog Albrecht scheint nicht glücklich gewesen zu 
sein; wenigstens war es ihm unmöglich, die Rohrer mit Gewalt 
zu bezwingen. Er verstand sich deßhalb zu einem ordentlichen
        

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