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in bedeutenderer Angelegenheit zutheil, nämlich in dem Streit, 
der sich über das Bisthum Passau erhoben hatte und in 
welchem Herzog Albrecht den vom Kapitel zum Bischof er 
wählten Grafen Georg von Hohenlohe unterstützte, König Wenzel 
von Böhmen aber den Prinzen Rupert von Bergen, den der 
Papst eigenmächtig ernannt hatte. Dem Herzoge gelang es, 
seinem Schützling wirklich zum Bischofsstuhle zu verhelfen, und 
dieser seinerseits versprach ihm vollständigen Ersatz für alle 
zu seiner Hülfe aufgewendeten Kosten. Die Summe des Er 
satzes zu bestimmen wurde dem Urtheilsspruche zweier Männer, 
Johanns von Liechtenstein und des Grafen Kraft von Hohen 
lohe, Bruders des Bischofs, anheimgestellt. Gleichzeitig mit 
diesem Streit hatte Johann von Liechtenstein die Zwistigkeiten 
auszugleichen, welche zwischen dem Herzoge Albrecht und dem 
Herzoge Friedrich von Baiern obwalteten, vielleicht im Zusam 
menhang mit den Passauer Händeln. Der bairische Herzog ver 
langte selbst ein Schiedsgericht und bestimmte dazu seinerseits 
Johann von Abensberg, seinen bairischen Landmarschall Wilhelm 
von Messenhauser und seinen Hofmeister Konrad den Preisinger; 
von Seiten Albrechts wurden dazu bestimmt außer Johann von 
Liechtenstein Bischof Berthold von Freising und Heinrich von 
Wallsee. Der Zwist wurde beigelegt, das Nähere ist nicht bekannt *). 
Desgleichen hatte Johann am 21. October 1389 zu Wien an 
einem dritten Schiedsgericht theilzunehmen, welches einen Streit 
über Forderungen des Hans von Ehrenfels an den Herzog Albrecht 
wegen der Feste Schönberg entschied; die übrigen Schiedsrichter 
waren wiederum Bischof Berthold von Freising, sodann die 
Grafen Hermann und Wilhelm von Cilli, Rudolf von Wallsee 
und Ulrich von Liechtenstein-Murau * 2 ). Ein viertes Schiedsgericht, 
das noch in demselben Jahre stattfand, betraf alle Zwistigkeiten 
zwischen Ungarn und Oesterreich, welche der neue König Ungarns, 
Sigmund von Böhmen, in dieser Weise beigelegt wünschte. Er 
1) Kurz, a. a. O. II. 128 ff.; Lichnowsky IV. Regg. 2157. 
2 ) Muchar VII. 40; Lichnowsky IV. Regg. 2192.
        

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