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der am 6. Mai 1277 durch Vermittlung des Burggrafen von 
Nürnberg zu Wien zu Stande kam, wurde auch über das 
Schicksal von Nikolsburg bestimmt. Es heißt darin, der Kaiser 
solle die zu Böhmen und Mähren gehörigen Schlösser, welche 
er gewaltsam in Besitz genommen habe, dem Könige Ottokar 
wieder überliefern, jedoch Nikolsburg solle eine Ausnahme bilden 
und solle im friedlichen und ruhigen Besitze Friedrichs von 
Liechtenstein bleiben, als dessen Lehen cs anerkannt wurde. Solches 
bestätigte auch König Ottokar seinerseits '). 
Bei dieser Bestimmung über Nikolsburg scheint es einst 
weilen bis zum Kriege geblieben zu sein, denn in dem nächsten 
Vertrage, welchen, da die Bestimmungen des ersten nicht völlig 
in Erfüllung gingen, Rudolfs Sohn Albrecht mit Ottokar zu 
Prag im Namen seines Vaters am 12. September abschloß, 
wird Nikolsburg nicht mehr erwähnt. Dagegen wird Friedrich 
mit seinem Schwager Otto von Gutrad als einer derjenigen 
Herren österreichischerseits genannt, welche, im Fall sich an der 
Gränze Streitigkeiten erhöben und Schädigungen vorfielen, sich 
in Laa einzustellen hätten, um mit böhmischen Herren in Znaim 
darüber zu verhandeln 2 ). Hieraus dürfen wir wohl zugleich schließen, 
daß Friedrich mit in Prag bei den Verhandlungen anwesend war. 
Als dieser Verträge ungeachtet der Krieg im nächsten Jahre 
1278 ausbrach, erscheint Friedrich mit mm Heere des Kaisers und 
stand in der Schlacht bei Dürrnkrut zur Unterstützung an der 
Seite des hundertjährigen Otto von Haslau, welcher die von den 
Oesterreichern gebildete vierte Abtheilung führte 3 ). Neben ihm sollte 
freilich sein Bruder Heinrich den ersten Ruhm davon tragen. 
Seit dieser Zeit treffen wir Friedrich eine längere Zeit 
nicht mehr und an den politischen Dingen nicht weiter betheiligt. 
Selbst in Bezug auf Nikolsburg, dessen Besitz noch kurz zuvor 
ff Bo czek, Cod. Mor. IV. 190. 194; Mon. Germ. IV. Leges II. 
414; G erb ert, Cod. ep. Rudolfs 203. 
ff Mon. Germ. a. a. O. 420; Gerbert a. a. O. 211. 
ff Lichnowsky I. 248.
        

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