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die Wittwe des Freiherrn Johann Jacob von Thanhausen, eine 
gcborne Neumann von Wasserleonburg in Kärnthen>). 
Diese Anna, eine Tochter Wilhelm Neumanns aus einem 
Geschlechte, das sich durch Bergbau Reichthümer erworben hatte, 
und der Barbara von Rumpf aus einem edlen kärnthnerischen 
Hause, geboren am 25. November 1535, zeichnete sich nicht 
weniger durch ihren großen Reichthum, ihre Anhänglichkeit an die 
neue religiöse Lehre, durch ihren Geist, als auch durch den Um 
stand aus, daß sie nach und nach sechs Männer zur Ehe gehabt 
hatte, welche Ehen sämmtlich kinderlos geblieben waren. Ihr erster 
Gemahl war der erwähnte Johann Jacob Freiherr von Than 
hausen, mit welchem sie im Jahre 1557 vermählt wurde; nach 
dessen Tode heirathete sie unseren Christoph von Liechtenstein im 
Jahre 1566. Diese Ehe dauerte bis an des letzteren Tod 1580. 
1582 vermählte sie sich zum dritten Male mit Ludwig von 
Ungnad Freiherrn zu Sonnegg, der aber bereits zwei Jahre 
darauf wieder starb. Ihm folgte als vierter Gemahl Karl von 
Teuffenbach im Jahre 1586, als fünfter der Graf Ferdinand 
von Ortenburg im Jahr 1611, und sodann als sechster und 
letzter der Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg im Jahr 
1617. Die Gräfin Anna war damals nicht bloß bereits hoch 
bejahrt, sondern ihr sechster Gemahl war ohnedem noch jung, 
indem er erst 1586 geboren war. Das Verhältniß wurde aber 
dadurch von Bedeutung, daß Anna ihrem jungen Gemahl ihr 
ganzes Vermögen verschrieb, wodurch nach ihrem Tode — sie 
starb am 18. December 1623 und liegt in der Kirche zu Murau 
begraben — die Hauptbesitzung der Liechtensteiner und ihre Jahr 
hunderte lange Residenz Murau an das Haus Schwarzenberg 
gedieh. 
>) Siehe über sie den Excurs von Bergmann in den Mittheilungen . 
der k. k. Centralcommission 1860. 207 ff. Bei Bucelin heißt sie Barbara, 
es kann aber sowohl nach ihrem Epitaph, sowie nach andern in Murau 
vorhandenen Urkunden über die Richtigkeit des Vornamens Anna kein 
Zweifel sein.
        

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