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wir wissen '). Da nun kein anderes Schloß als ihr Wohn 
ort erwähnt wird, bevor Heinrich I. Nikolsburg erwarb, so 
bleibt uns nichts übrig als anzunehmen, daß dieses Schloß 
Liechtenstein über der Brühl bei Mödling der erste Stamm 
sitz des österreichischen oder fürstlichen Hauses war, 
wenigstens soweit als eben die authentische Geschichte zurückreicht. 
Wenn wir die urkundlichen Nachrichten des 12. Jahr 
hunderts, in denen des Namens Liechtenstein Erwähnung ge 
schieht, unbefangen betrachten, so scheiden sie sich wie von selbst 
in zwei Gruppen, local wie persönlich in eine steierische und 
in eine österreichische, die sich durchaus nicht einander stören. 
Die eine schließt sich geschichtlich an die steirischen Fürsten an, 
und hat ihren Mittelpunkt im Thal der Mur in Obersteier 
mark, die andere an die österreichischen Herzoge mit dem Sitz 
in der Gegend von Wien. Erst seitdem beide Länder denselben 
Herren erhielten und unter dem Scepter der Babenberger und 
Habsburger vereinigt blieben, erscheinen sie wechselsweise hüben 
und drüben, die österreichischen Liechtensteiner in der Steier 
mark und häufiger noch die steierischen in Oesterreich, ganz 
natürlich, weil der Hof des Fürsten hier häufiger war als dort 
an den ferneren Gränzen des Reichs. 
Die ältesten Angehörigen des österreichischen Hauses. 
Der erste der österreichischen Gruppe, dessen urkundlich 
Erwähnung geschieht, ist Hugo von Liechtenstein; wir haben 
ihn somit als den ältesten in der Geschichte und den Stamm 
vater des fürstlichen Hauses zu betrachten. Sieben verschiedene 
urkundliche Nachrichten führen ihn entweder als Zeugen oder 
als Geschenkgebcr ans, leider ist bei keiner derselben eine be 
stimmte Jahreszahl der Datirung angegeben. Doch sind wir 
') Wurmbrand, Coli. 8. — Weiß, Nrk. von Heiligenkreuz I. 
310. 314.
        

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