259 
Schlimmer stand es aber mit der Rückgabe der Güter, 
welche nicht sobald erfolgte. Vom 30. November 1493 datirt 
eine Urkunde mit folgendem Inhalt: „Hans von Klech wird 
Lehensträger von Seite der Grafschaft Eilli; er erhält von den 
Liechtensteinern von Murau „ „den Hof zu Burg Schleunitz sammt 
dem Dorf dabei, darauf gefürstete Freinng ist und darüber nie- 
mand zu richten hat, dann sie und ihre Erben; dann Güter zu 
Lemberg, zu Kölsch, am Bacher, zu Sykolach, in der Schleunitzer 
Pfarre, zu Phamitschach am Pacher"" L ). Vermuthlich hängt diese 
Abtretung von Gütern mit der Ungnade des Kaisers zusammen 
und war eine erzwungene. 
Noch im Jahre 1495 mußte sich der vereinigte Landtag zu 
Marburg, der Ende April saß, in der Sache des Nicolaus von 
Liechtenstein für die Rückgabe seiner Güter verwenden und zwar 
ausdrücklich. auf Grundlage des Preßburger Friedenstractats 2 ). 
Es scheint auch, daß diese Verwendung bei Kaiser Maximilian 
von Erfolg gewesen ist, denn die erwähnte Chronik 2 ) berichtet 
zum Jahr 1495, daß Nicolaus begnadigt worden und Murau 
ihm zurückgegeben sei. Ob dies aber mit allen seinen Gütern 
geschehen sei, die mittlerweile unter der Verwaltung des kaiserlichen 
Pflegers von Liechtenstein Balthasar Thanhauser gestanden, möchten 
wir fast bezweifeln, da das steirische Haus Liechtenstein seit dieser 
Zeit schnell herabsank, so daß cs scheint, es konnte sich von dem 
großen Schlage von 1490 nicht wieder erholen. 
Die Begnadigung und die Rückgabe von Murau ist auch 
die letzte Nachricht, die uns über Nicolaus zu Gebote steht. Ver 
muthlich starb er nicht lange daraus H, schon hochbetagt und 
') Archiv für Kunde österr. Gesch. 1859. 1. Bd. 499. Regg. 
Nr. 448. Ueberhaupt ist in diesen Jahren öfter von Lehen die Rede, die 
einst den Liechtensteinern von Murau gehörten, damals aber schon in frem 
den Händen sind; z. B. Mitth. des hist. Vereins für Steierm. Heft XI. 
249 Nr. 901 und öfter. 
2 ) Beiträge zur Kunde steierm. Gesch. 2. Jahrgang 104. 
3) S. 793. 
4 ) Unsere handschriftlichen Notizen setzen seinen Tod erst nach 1500. 
17*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.