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Mit diesem Nachweis, den wir im Folgenden, übergehend 
zu den beglaubigten Nachrichten über das Haus Liechtenstein, 
führen werden, fällt alle und jede Theorie von einer männ 
lichen Abkommenschaft von der Familie der Kuenringer, und 
cs bleibt nur die spätere Verwandtschaft durch Heirath übrig. 
Auch von allen solchen fabelhaften oder hypothetischen Nach 
richten und Angaben abgesehen, bieten die geschichtlichen Anfänge 
des fürstlichen Hauses Liechtenstein hinlänglich Schwierigkeiten 
dar, welche zu mannigfachen Verwechslungen und abweichenden 
Meinungen geführt haben. Denn zu jener Zeit, als die ersten 
urkundlichen Nachrichten auftauchen, existirten der Häuser Liech 
tenstein mehrere in Oesterreich und Deutschland, und es konnten 
die Fragen und die Zweifel nicht ausbleiben, welchem denn von 
diesen verschiedenen Häusern die ersten Namen angehören. 
Es gab ein Liechtenstein in Franken, eines in Schwaben, 
ein anderes in Graubündten, es gab ein viertes in Oester 
reich, ein fünftes in Steiermark, ein Schloß Liechtenstein im 
nördlichen Mähren und endlich eine gräfliche Familie Liechten 
stein, genannt von Castelkorn, im südlichen Tirol. - Was die 
drei ersteren betrifft, sowie das mährische Schloß Liechtenstein, 
so setzt sie keine Sage, keine Geschichte, keine Urkunde mit dem 
fürstlichen Hause in Verbindung, und wir können sie daher 
unsrerseits ans sich beruhen lassen, ohne ihnen weitere Berück 
sichtigung zu schenken. Dasselbe ist der Fall mit dem gräflichen 
Tiroler Hause; auch mit diesem und dem fürstlichen hat nie 
eine Verbindung bestanden, nur ist in späteren Zeiten eine 
nicht seltene Verwechslung dadurch hervorgerufen worden, daß 
ein Mitglied des Ocsterreichischen Hauses, Georg, als Bischof 
von Trient (1390—1419) den Liechtenstein-Castelkorn in die 
Nähe kam, und andrerseits diese wieder in Mähren begütert 
wurden und zwei Erzbischöfe auf den Stuhl von Olmütz stell 
ten, Karl II. (1664—1695) und Jakob Ernst (1738—1745). 
Nach dem Aussterben dieses gräflichen Hauses gingen die Be 
sitzungen desselben au die Grafen Podstatzky über, welche erst
        

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