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si VI. 136. 
einen Kaufmann der Königin Elisabeth trafen. Vergebens be 
klagte sich darüber Herzog Rudolf bei dem Herzog von Kärn- 
then, so daß er endlich beschloß, selbst die Vergeltnng zu neh 
men- Er ließ den Bischof Heinrich von Gurk und dazu den 
jungen Otto von Liechtenstein nach Wien kommen und drang 
in sie, die Sache zu übernehmen und sich der Burg und ihrer 
räuberischen Inhaber mit bewaffneter Hand zu bemächtigen. 
Er gesellte ihnen noch den Landschreiber Albrecht zu, welcher 
für alle Bedürfnisse sorgen sollte. Otto und der Bischof er 
füllten sofort des Herzogs Begehren, sammelten Truppen, denen 
noch der Landschreiber eine Anzahl Ritter zuführte, und zogen 
damit vor das feste Schloß, deren Vertheidiger es ans eine Bela 
gerung ankommen ließen. Die Belagerer holten sich aber einen 
geschickten Werkmeister Namens Burghauser, der ihnen Kriegs- 
geräth und Sturmwerkzeuge machte, mit denen sie nach vierzehn 
Tagen zum Sturm bereit waren. Diesen warteten die Verthei 
diger nicht ab, sondern ergaben sich der Gnade des Herzogs 
Rudolf, der sich damals in Graz befand. Der Herzog versprach 
ihnen Verzeihung, wenn sie innerhalb bestimmter Frist allen 
Schaden ersetzen wollten. Das sagten sie wohl zu, hielten aber 
die Bedingung nicht, und so brachen Otto und der Bischof 
die Burg, wodurch dem räuberischen Unwesen in jener Gegend 
ein Ende gemacht wurde. — Diese Begebenheit versetzt Mu- 
char ') in das Jahr 1301, die Ausdrucksweise der Reimchro 
nik aber, welche so lautet: 
Nach Christes Gepurd 
Der Jar dreizehnhundert, 
Darczu aines auspesundert, 
läßt uns vielmehr ans das Jahr 1299 schließen. 
Die erste sichere Nachricht über Rudolf nach jener der 
Reimchronik entnommenen erhalten wir aus einer Urkunde vom 
15. August des Jahres 1301, welche bereits oben erwähnt ist
        

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