369 
Feinde, sowie des aufstehenden Landvolkes zu erwehren. Am 
2. März machte auch die Besatzung einen Ausfall, wurde aber 
mit großem Verlust in den Platz zurückgeworfen. Von da ab 
gab es einstweilen keine bedeutenden Ereignisse vor der Festung. 
Am 12. und 13. März verhinderte der Fürst die Fouragierungen 
und sonstigen Demonstrationen des Feindes. Erst am 31. März 
und 1. April machte der Commandant der Festung, General 
Marulaz, wieder kräftige Ausfälle, doch wurden sic beide Male 
mit großem Verluste seinerseits zurückgewiesen. Marulaz war 
ein alter Reiteroffizier, dessen Kopf und Oberleib von vielen 
Säbelhieben getroffen und von vielen Narben bedeckt war. Der 
Fürst Aloys machte seines von Kugeln zerschmetterten Schenkels 
wegen einen Scherz daraus, indem er sagte: „Der General der 
Blokade und der Commandant der Festung sind einer des 
andern werth; mein Oberleib und sein Fnßgestelle machen doch 
noch einen ganzen Menschen aus')." Darnach, da Paris ge 
fallen war, schloß der Fürst mit dem General Marulaz eine 
Convention ab, wonach alle Feindseligkeiten vor dem Platze be 
endet wurden * 2 ). Als der Friede am 30. Mai geschlossen war, 
zog auch der Fürst Aloys der Heimat wieder zu. 
Die Stufe der Ehren war damit für ihn noch nicht er 
stiegen. Er blieb Soldat im Frieden, weil er cs aus Passion 
von ganzer Seele war. Er wurde Gesandter und bevollmächtigter 
Minister des Johanniterordens am kaiserlichen Hofe; er wurde 
commandirender General in Mähren, dann in Böhmen, Feld- 
zeugmeister und Ritter vom goldenen Vließ. Als Commandirender 
in Böhmen starb er zu Prag am 4. November 1833. Er litt 
an der Wassersucht, erfüllte aber bis zum letzten Augenblicke vor 
seinem Tode die Obliegenheiten seines Amtes. Er starb unvermählt. 
Da Fürst Moriz nur Töchter hinterlassen hatte, so war 
es nun der dritte Karl, des im Duell gefallenen Karls Sohn, auf 
1) Ridler, Oesterr. Archiv 1833, 556. 
2 ) Schels, a. n. O. II. 12. 
Falke, Liechtenstein. UI. Bd. 
24
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.