regierenden Fürsten Johann, der bei den Verhandlungen nicht 
vertreten gewesen war. Er hatte auch nicht wohl um seiner 
persönlichen Stellung und seiner Familienbeziehungcn zu Oester 
reich willen daran theilnehmen können. Der Anschluß war den 
noch ohne seine Mitwirkung erfolgt, und zwar vorzugsweise 
wegen der persönlichen Achtung, welche sich der Fürst in den 
Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen bei dem Kaiser 
Napoleon erworben hatte. Es sollte eine Auszeichnung sein, 
denn der Fürst Liechtenstein war nunmehr ein souveräner Fürst 
geworden, dem die Bundcsactc eine Anzahl Rechte zugewiesen, 
die er früher nicht gehabt hatte. Aber der Conflict in dieser 
Zwischenstellung konnte nicht ausbleiben, sobald ein neuer Krieg 
zwischen Oesterreich und Frankreich drohte. Das Fürstenthum 
hatte vierzig Mann zum Bundcscontingcntc zu stellen und 
Zahlungen an den Bund zu machen, und dieses Contingent ge 
horchte und folgte dem Willen Napoleons, zog also mit ihm in 
den Krieg gegen Oesterreich. Außerdem verpflichtete die Rhcin- 
bundsacte jeden Theilnehmer, sobald er in fremde oder feind 
liche Kriegsdienste trat, sein Land einem der jüngeren Söhne 
zu übergeben. 
Dieses nun that der Fürst Johann, um dem Zwiespalte 
zu entgehen. Er übergab seinem dritten noch unmündigen Sohne 
Karl das nunmehr souveräne Fürstenthum Liechtenstein und be 
hielt für sich nur die Vormundschaft während der Minderjährig 
keit. Als aber der Rheinbund im Jahre 1813 nach der Schlacht 
bei Leipzig zerfiel, übernahm der Fürst Johann wiederum für 
sich selber die Regierung und trat mit seinem Fürstcnthum so 
dann dem neu gebildeten deutschen Bunde in der Bundesacte 
vom 8. Juni 1815 bei. Die Ratification des Fürsten Johann 
datirt vom 3. Juli 1815 '). Auf dem Bundestage führte 
Liechtenstein eine Stimme zusammen mit Hohenzollern, Reuß, 
Schaumburg-Lippc, Lippe und Waldeck in der engeren Vcr- 
') Sied)teuft. Archiv H. á 36, 37.
        

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