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der Hauptarmee nicht glücklicher gewesen. Der ganze Feldzugsplan 
hatte sich als verkehrt erwiesen >). 
Ein Fieber, das „Faulfieber", hatte nicht lange nach dem 
verunglückten Sturme den Fürsten ergriffen. Er widerstand und 
hielt sich aufrecht, so lange er vermochte. Als die Kräfte ver 
sagten und er das Commando abgegeben, ging er zunächst nach 
Agram. Hier traf am 23. Juli auch seine Gemahlin, die Fürstin 
Eleonore ein, welche ein Brief des Adjutanten rasch herbeige 
rufen hatte. Sie fand den Fürsten so leidend, daß er nicht 
stehen noch gehen konnte. Der Arzt hoffte auf Besserung und 
es schien so, so daß beide, Fürst und Fürstin, am 6. August 
von Agram nach Wien abreisten. Unterwegs jedoch ging es 
wieder so schlecht, daß der Tod nahe zu sein schien. Der Fürst 
mußte den ganzen weiten Weg der Reise in einer Sänfte ge 
tragen werden. In Wien angekommen und ein wenig erholt, 
ließ er sich nach Baden bringen, kehrte aber im October wieder 
nach Wien zurück. Die Erholung, welche er insbesondere der 
unausgesetzten Pflege seiner Gemahlin verdankte, war nur schein 
bar. Der Fürst blieb den ganzen Winter leidend. Gegen Weih 
nachten hatte er wieder einen Rückfall und starb am 21. Fe 
bruar 1789. 
Der Kaiser Joseph hatte dem Fürsten Anfangs nach der 
Affaire von Dubitza einen freundlichen Brief geschrieben, der 
so lautet * 2 ): 
„Lieber Fürst Liechtenstein! 
Ich habe Ihr Schreiben durch den Obersten Neu richtig 
überkommen. So unliebsam mir der bei Ihnen vorgegangene 
1) Wolf, 208 ff. Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer 
Feldherren II. 84. 
2 ) Geschichte des Kriegs zwischen Rußland, Oesterreich und der 
Türkei I. 214. Bergt, die Darstellungen der Begebenheiten bei Dubitza 
in des Kaisers eigenen Worten bei Arneth, Joseph II. und Leopold von
        

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